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Palästina · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Der Nahr el Audsche
Date
1907-05-01
Page
Seite 133 (sequence 2)
Language
German
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— 133 — bäume viel Wasser gebrauchen — besonders bis zu ihrem 8. Jahr — und im; Allgemeinen auch sonst während der großen Trockenheiten, so hat man eine: Zuflucht zu großen Rädern von etwa 6—8 Metern im Durchschnitt genommen, die das Wasser bis zu der erforderlichen Höhe heraufschaffen. Diese Räder, Noriahs genannt, werden von zwei, drei und vier Pferden getrieben. Die ISoriahs liefern, durchschnittlich 90-100 cbm Wasser per Tag, das sind 90000—100000 Liter. Sie schaffen das Wasser in große Reservoirs von einem durchschnittlichen Rauminhalt von 120 cbm und von dort aus wird es den Bäumen zugeführt Die Bewässerung dauert nur sechs Monate, von Mai bis November. Sie ist sehr teuer, man schätzt die Ankaufs-, Pflanzungs- und Unterhaltungs-Kosten eines Gartens von 1 Hektar - abgesehen von der Bewässerung — auf 10800 bis. 14400 Francs; die Bewässerungskosten für das erste Jahr allein variieren von 9500 bis 12 000 Francs, betragen also nahezu 50% aller Kosten, und in den. olgenden Jahren belaufen sich die Bewässerungskosten auf etwa 1500 Francs während sich die Unterhaltungskosten des Gartens auf ungefähr 2000 Francs stellen. Der Mißerfolg der artesischen Brunnen der Alliance Israelite-Schule „Mikweh* Israel* legt den Gedanken an die Bewässerung durch den Nähr el Audsche nahe. Nach seinen Aufstellungen, schätzt Herr Franghia das zur Bewässerung der Gärten, erforderliche Wasser auf 92 cbm per Tag und Hektar.1) Das macht nach seiner Berechnung 41400 cbm. per Tag für die jetzt vorhandenen Pflanzungen. Da man. nun die Leistungsfähigkeit des Flusses auf 10 cbm. per Sekunde schätzte, das sind 864 000 cbm. per Tag, so würde sie bequem ausreichen, selbst für den Fall, daß sich die gegenwärtige Ausdehnung der Gärten verdreifacht. Die Versorgung der Stadt und die Schaffung motorischer Kräfte würden das Übrige ausnützen. Der Fluß würde also im Stande sein, das zur Bewässerung nötige Wasserquantum zu liefern. B. Versorgung der Stadt Jaffa. Das Wasser von Jaffa kommt aus der wasserführenden Unterschicht der Ebene von Saron. 2) Es ist dem Wasser des Nahr el Audsche, das besonders in der Quellen-Nähe sehr rein ist, nicht gleichwertig, Das Wasser des Flusses müßte der Stadt durch einen unterirdischen Kanals von 18 Kilometer Länge zugeführt werden, und man könnte so die zweifachen Nachteile eines überirdischen Kanals vermeiden, der wegen des Schmutzes, der dort hingeworfen werden kann, weniger reines Wasser liefern und wegen der durch die Hitze im Sommer bewirkten oft sehr bedeutenden Verdunstung auch viel Wasser verlieren würde. C Schaffung motorischer Kräfte für die elektrische Beleuchtung der Stadt und des Hafens oder für industrielle Zwecke. Die motorischen Kräfte werden vielleicht nicht sehr stark sein können. Sie werden nur in dem Maße des Wasserquantums, das für sie verwendet werden kann, Bedeutung haben können, das sich aber wiederum mit der steigenden Zahl der Orangengärten verringern wird. Man könnte wohl den Sturz der Wasserleitung ausnützen, so daß das^ Vasser gleichzeitig zur Bewässerung und zur Krafterzeugung dienen würde, aber die Höhendifferenz ist zu gering, als dass auf den ersten Blick, ein befriedigendes Resultat zu erwarten wäre. 1) Man schätzt das pro Hektar erforderliche Wasserquantum nach der Wassermenge, die man für jede einzelne Bewässerung verbraucht. 2) M. Lortet con*tatiert dagegen, dass die Brunnen bei 3—4 Meter Tiefe ein ausgezeich^ netes Wasser liefern: „Das heutige Syrien" p. 376.

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