Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Ein Beitrag zur Kartenkunde und zum Vermessungswesen Palästinas
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 123 (sequence 7)
- Language
- German
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— 123 — lation mit grossen Schwierigkeiten verbunden war, da die Beduinen und Fellahen die Holzstangen stahlen. Aus diesen Gründen also musste die Kleintriangulation aufgegeben werden. Die späteren Aufnahmen erfolgten daher ausschliesslich durch Polygonisieren. Die Aussengrenzen der Gemarkung bilden dabei ein Polygon, und die Polygonzüge der Detailaufnahme werden mit dem Hauptpolygone in solche Verbindung gebracht, dass eine systematische Ausgleichung der Coordinatenschlussfehler stattfinden kann. Die rechtwinkligen Coordinaten aller Grenzpunkte werden logarithmisch berechnet und auf ein Coordinatennetz aufgetragen. Die Richtung der Abscissenachse ist der magnetische Meridian. Die Polygonseiten werden mit Holzmassstäben von 5 m Länge oder mit Stahlbändern von 25 Meter Länge gemessen nach vorherigem Vergleichen der Maasse mit dem Normalmeter. Die Polygonwinkel werden mit dem Theodolite in zwei Fernrohrlagen beobachtet und auf 2011 bis l1 abgelesen. Die Flächenberechnung erfolgt einmal unter Benutzung der rechtwinkligen Coordinaten und ein zweites Mal unter Anwendung des Polarplanimeters als Kontrolle gegen grobe Rechenfehler. Parzellaraufnahme. Nach Fertigstellung des Planes der Schlussvermessung wird ein Entwurf für die Verteilung der Liegenschaft ausgearbeitet, dessen Uebertragung ins Feld mit der nötigen Gewissenhaftigkeit zu erfolgen hat. Wenn dann die neuen Lose ausgelegt sind, sollten die Grenzpunkte mit einem möglichst dauerhaften Versteinungsmaterial vermarkt werden. Aber gerade in dieser Hinsicht wird häufig aus Sparsamkeitsrücksichten gesündigt. Es ist aber eine Sparsamkeit am falschen Platze, die sich in Zukunft bitter rächen wird. Kosten der Vermessung und Vermarkung. Die Kosten sowohl der Vermessung als auch der Vermarkung hängen von vielen Zufällen ab. Es ist natürlich, dass Vermessungsarbeiten in ebenem Gelände weniger schwierig und zeitraubend und daher mit geringeren Kosten verbunden sind als in coupiertem Terrain, dass eine vielfach gebrochene Grenzlinie, mit einigen Hundert Grenzpunkten, mehr Theodolit-