Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Ein Beitrag zur Kartenkunde und zum Vermessungswesen Palästinas
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379801-2381354--01013-2381396- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 124 — Stationen erfordert als eine ziemlich regelmässige Linie und daher mehr Kosten für Vermessung, Berechnung und Kartierung verursachen muss. Aber von grösster Bedeutung für die Höhe der Vermessungs- und Vermarkungskosten ist das Verhalten der Eingeborenen gegenüber dem neuen Eindringling. Sind die Grenznachbarn friedlicher Natur, so kann der Kostenvoranschlag eingehalten werden, machen dieselben aber Schwierigkeiten, so können sich die Grenz Verhandlungen sehr in die Länge ziehen. Man ist dann gezwungen, gegen die Widerspenstigen den Klageweg einzuschlagen oder mit ihnen in Güte zu verhandeln, was aber mit Zeit- und Geldverlusten verbunden ist. Am unangenehmsten wirken diese Störungen während des Auswerfens der Grenzgräben, wenn irgend ein Grenznachbar mit Zeugen auftritt und behauptet, der Feldmesser folge mit seinen Gräben nicht der richtigen Grenze. Dann tritt in der Arbeit eine Stockung ein, wodurch 50—80 Arbeiter zum Feiern gebracht werden. Die Höhe der Vermessungskosten ist ferner von der Entfernung des Arbeitsfeldes vom Wohnsitze der Vermessungsbeamten abhängig. Liegt die zu vermessende Gemarkung in der Nähe einer Eisenbahnlinie, so sind die Kosten der Reise und des Transportes der Geräte und Instrumente verhältnismässig gering- Auchdie mehr oder minder schwierigen Verproviantierungsverhältnisse fallen für die Höhe der Kosten ins Gewicht. Nach den vorher beschriebenen Feldmessung-Methoden wurden seit 1898 durch das Vermessungsbureau der J. C. A. Aufnahmen gemacht und ein in keiner Weise hinter den europäischen Katastervermessungen zurückstehendes Kartenmaterial hergestellt. An dieser Stelle dürfte wohl erwähnt werden, dass diese Vermessungsarbeiten zumal in den ersten Jahren nach der Organisation des Vermessungsdienstes infolge der Unwirtlichkeit des Landes und der schlechten Verkehrs- und Transportverhältnisse mit vielen Schwierigkeiten verbunden waren. Auch hatten die Feldmesser vielfach unter dem Widerstande der Eingeborenen zu leiden, die in dem fremden Eindringlinge einen sie ihrer angestammten Scholle beraubenden Feind erblickten,