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Palästina · 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 115

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 5 (Mai 1907)
Article
Die Gesellschaft Agudath Netaim
Date
1907-05-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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— 115 — Arbeiten fortsetzen wird, in die Lage kommen, ein altes Problem der jüdischen Kolonisation in Palästina zu lösen, das heute brennender ist als irgendwann und das heute viel schärfere Formen angenommen hat als jemals früher. Es handelt sich um die Frage der jüdischen Landarbeiter. Der Arbeiter, die das ganze Jahr über Arbeit finden, sind wenig zahlreich. Dagegen bedarf die bereits bestehende Kolonisation einer recht ausgedehnten Zahl von Saisonarbeitern. Hierfür kamen aber immer nur Araber inbetracht, weil die jüdischen Arbeiter nur dann existieren können, wenn sie auskömmliche Beschäftigung während des ganzen Jahres finden. Wenn man daher in dem Sinne die jüdische Arbeiterfrage lösen will, dass man auch für Saisonarbeit jüdische Kräfte beschäftigen kann, so muss man anstelle des heimatlosen Arbeiters den kleinen Eigentümer setzen, der auf die Saisonarbeit angewiesen, aus ihr und seinem kleinen Anwesen eine ausreichende Existenz erzielt. Die heute nach Palästina kommenden, von idealer Gesinnung durchdrungenen jüdischen Arbeiter können, da sie nichts besitzen, nur zu einem fluktuierenden und dadurch für die Kolonisation schädlichen Element werden. Wenn man sie aber durch ein Stückchen Land, durch ein Häuschen und einen Gemüse- und Blumengarten zu kleinen Eigentümern macht, so verwandelt man sie in eine bodenständige und damit gesunde Bevölkerungsklasse, die im Lande und auf der Scholle bleibt Als Eigentümer, wenn auch mit noch so kleinem Besitz, werden diese Arbeiter zu einem wirtschaftlich wertvollen Faktor leicht herangebildet werden. In diesem Sinne hat versuchsweise die Agudath-Netaim dem Berliner Kolonisationsverein Esra ein Projekt vorgelegt, das vom Zentralkomitee des Berliner Vereins sympathisch aufgenommen wurde. Danach soll der Esra fünf Serien zu je 10 Teilaktien nehmen, indem er jährlich 5000 Franken einzahlt, so dass er nach 10 Jahren 5 Serien im Werte von 50000 Franken besitzen wird. Dafür verpflichtet sich Agudath-Netaim zwanzig Arbeiter in Palästina als Kleinkolonisten anzusiedeln. Sie erhalten ein Häuschen, 15 bis 20 Dunam Gartenland sowie 2 Kühe. Ausserdem hat der Arbeiter die Garantie, dass er jederzeit lohnende Arbeit bei Agudath-Netaim findet. Aber er bekommt mit dem Lande und dem Hause keinerlei Geschenk. Vielmehr wird ihm vom Ertrage seiner Arbeit in angemessenen Beträgen so

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