Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Die Gesellschaft Agudath Netaim
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379801-2381353--01002-2381386- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 114 — die nicht von der Gesellschaft erworben sind, übernimmt sie auch deren Verwaltung, wenn dieselben in der Nähe der der Gesellschaft gehörenden Güter liegen. Die neue Gesellschaft ist ein rein kommerzielles Unternehmen und nach den Statuten kann der Austritt von Gesellschaftern nur in der Form vor sich gehen, dass der Anteil in Gestalt von Ländereien zurückgezahlt wird. — Die Gesellschaft hat bereits zwei Plantagen angelegt und zwar eine in der Nähe des alten Cäsarea am Flusse Nahral-Mefdschir. Das gekaufte Land umfasst 1300 Dunam (ca. 125 Hektar), von denen 150 Dunam bereits mit Orangen bepflanzt sind. Ausserdem sind zwischen Rechöbhöth und Ramie 500' Dunam angekauft worden, die man zum Teil mit Mandeln und Oliven bepflanzt hat. Durch diese Gesellschaft ist jedem Juden Gelegenheit geboten worden, Anteile an einer Landgesellschaft in Palästina zu erwerben, deren Verwaltung unbedingt vertrauenswürdigen Männern obliegt. Wenn wir sagten, dass das Austreten aus der Gesellschaft nur in der Weise geschehen kann, dass der Austretende niemals Geld, sondern Land im Werte seiner Aktien erhält, so schliesst das nicht aus, dass die Aktien verkauft werden können, freilich nur mit jeweiliger Genehmigung des aus sechs erwählten Leuten bestehenden Vorstandes. Wenn es ein talmudisches Gebot ist, dass jeder Jude im Lande Israel das Mindestmass von 4 Quadratellen Grundeigentums besitzen solle, so ist hier in praktischer Form die Möglichkeit gegeben, dass sich Juden, die nicht in Palästina wohnen, dort Grundbesitz erwerben können. Besonders sollten deutsche Juden hiervon Gebrauch machen und wenn sie nicht Mitglieder dieser Pflanzergesellschaft werden wollen oder können, durch ihre Vermittlung Grund und Boden erwerben und bebauen lassen. Sie nützen eben dadurch nicht bloss ihrem Stamme, sondern auch dem Interesse des Staates, dem sie mit aller Liebe angehören. Wir sind nun nicht der Meinung, dass Agudath Netaim die alleinseligmachende Gesellschaft ist, durch deren Hand allein die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gehen muss.. Aber immerhin ist es von Interesse zu beachten, dass der Palästinapflanzungsverein sich von ihr seine Arbeiten vorbereiten zu lassen beabsichtigt und möglicherweise auch der Herzlwa{d durch diese Gesellschaft gepflanzt werden wird. Besonders aber wird die Gesellschaft, wenn sie, rationell geleitet, ihre.