Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 110

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Professor Hilgardś Werk über die Böden [Rezension]
Date
1907-03-01
Page
Seite 110 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2379786-2379797-2379800-2381235--00985-2381326
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 110 — Die Übersicht zeigt, daß bei allen wertvollen Stoffen der Reichtum der Böden ■der ariden und haibanden Regionen größer ist als der der humiden. Nur der Humusgehalt ist in der ariden Zone etwas geringer als in [der humiden, doch ist in der ersteren der Stickstoff gehalt desHumus wieder größer. Hier ist als sehr wichtig noch hinzuzufügen, daß der Humus der Böden der Trockengebiete in der Regel weit tiefer hinabreicht als der Humus der Böden der feuchten Landstriche. Wie stark in den feuchten Regionen der Boden durch die Niederschläge oft ausgewaschen wird, dafür bietet das Buch ebenfalls interessante Belege. So wird mitgeteilt, daß in Farnham, England, das Abflußwasser eines Hopfenfeldes enthielt (in Millionsteln): Kali, Spuren; Natron 45,7; Kalk 185,0; Magnesia 35,1; Eisen- und Aluminiumoxyd 7.1; Siliciumoxyd 12,1; Phosphorsäure 1,7; Schwefelsäure 135,8; Chlor 37,4; Salpetersäure 163,5; Ammoniak 0,03. Im Mississippiwasser (bei Carrolton in Louisiana) fand sich im Mai 1905 an aufgelösten Stoffen, gleichfalls in Millionsteln: Kali 2,8; Natron 13,5; Kalk (Ca O) 41,2; Magnesia 11,3; Eisenoxyd 0,1; Aluminiumoxyd 0,16; Kieselsäure 7,4; Kohlensäure 33,16; Phosphorsäure 0,33; Salpetersäure 0,23; Schwefelsäure 23,9; Chlor 0,16; Ammoniak 0,16. Nun könnte man einwenden, daß auch in manchen Gegenden, die man noch zu den Trockenregionen zu rechnen pflegt, zu Zeiten recht starke Regenmengen niedergehen, folglich auch hier eine namhafte Auslaugung erfolgen müßte. Zu diesen Gebieten gehört ja auch Palästina, das doch im Durc ischnitt etwa 40—80 cm an Niederschlägen aufzuweisen hat. Aber ein großer Unterschied bleibt auch zwischen diesen Landstrichen und den eigentlichen humiden Gebieten noch bestehen, denn ln den letzteren fällt der meiste Regen der Regel nach im Frühjahr und Sommer, wenn der Boden warm und in Tätigkeit ist, während es sich in den sog. ariden Gebieten fast nur um Winterregen handelt, die den Boden treffen, wenn Temperatur und Tätigkeit verhältnismäßig gering sind und daher auch eine Auslaugung nur in geringem Maaße erfolgen kann. Nicht vergessen darf ich zu erwähnen, daß in dem Werke auch die Bewässerungsfrage voll ihrer Bedeutung gemäß gewürdigt wird. Es sind ihr nicht weniger als drei umfangreiche Kapitel gewidmet, abgesehen von ihrer gelegentlichen Berührung in einer großen Zahl von Abschnitten. Mit großer Sachkunde und unter stetem Zurückgreifen auf das Selbsterfahrene werden die verschiedenen Methoden der künstlichen Bewässerung dargelegt und wird gezeigt, unter welchen Verhältnissen die eine und unter welchen die andere am Platze ist. Dann wird aber auch dargetan, wie unter Umständen auch ohne künstliche Zuführung von Wasser die Feuchtigkeit des Bodens erhöht und erhalten werden kann, so durch die Verbesserung der physikalischen Verhältnisse und durch eine verständige Oberflächenbearbeitung. Besonders wird sodann der Wert der Winterbewässerung hervorgehoben, für alle Gegenden, in denen im Sommer Wasser nicht zu beschaffen ist, dagegen im Winter erhebliche Niederschläge eintreten, die aber bis heute in den meisten Fällen nur eine mangelhafte Ausnutzung gefunden haben. Überhaupt wird gezeigt, wie unvollkommen heute noch im allgemeinen die Wasserverwertung ist, und wie gewaltige Mengen des oft so kostbaren Nasses unverwendet ins Meer fließen oder in die Tiefen der Erde versinken, auch dort, wo zur gegebenen Zeit selbst die geringste Menge für Garten und Feld von großem Segen werden könnte. Ein weiter Raum des Werkes ist auch der Nutzbarmachung der Salzsteppen oder der ,,A 1 k a 1 i b ö d e n" gewidmet. Auf diesem Gebiete hat Hilgard wohl mehr geleistet, als irgend ein Lebender. Ihm ist es in erster Stelle zu danken, daß die großen Salzwüsten Südkaliforniens, Nevadas, Arizonas und Utahs,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.