Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Professor Hilgardś Werk über die Böden [Rezension]
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 111 (sequence 4)
- Language
- German
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— 111 — die man früher für völlig kulturunfähig ansah, zum Teil haben in blühende Gefilde übergeführt werden können. Schon in meinem Werk über die amerikanische Landwirtschaft (1893, Parey, Berlin) nahm ich in einem längeren Abschnitte (Seite 75 u. f) auf die einschlägigen Arbeiten Hilgards Bezug. Seither ist das auf den Forschungen dieses Gelehrten beruhende Kulturverfahren aber noch wesentlich verbessert und befestigt worden. Und dasselbe Verfahren, das sich in Amerika bewährt, würde unter Umständen auch in den Salzwüsten Asiens und Afrikas vielfach Anwendung finden können. Außerordentlich fesselnd war für mich die Lektüre der drei letzten Kapitel (,,die Böden und ihr natürlicher Pflanzenwuchs"). In ihnen wird gezeigt, wie auf den verschiedenen Bodentypen Unterschiede in der natürlichen Flora hervortreten' und welche Veränderungen hier durch die Kultur bedingt werden. Es würde mir zur großen Freude gereichen, wenn vorstehende kurzen Ausführungen ihren nächsten Zweck, die Leser dieser Zeitschrift auf das hochbedeutende Hilgard'sche Werk aufmerksam zu machen, erreichen sollten. Denn dann würden sie zweifellos auch ihren weiteren und endgültigen Zweck erfüllen: mit beizutragen, sei es auch in noch so bescheidenem Maaße, zur Förderung der Bodenkultur im Gelobten Lande. Auler Pascha, die Hedschasbahn. (Petermanns Mitteilungen, Ergänzungsheft 154. Gotha 1906, Verlag: Justus Perthes. Preis 6 Mk.) Der Kaiserl. osmanische Divisionsgeneral Auler (vor seinem Eintritt in den türkischen Kriegsdienst Oberst im Deutschen Ingenieur-Korps) wurde im August 1904 der Mission, welche die erste Teilstrecke der Hedschasbahn Damaskus-Mään mit ihrer Zweigbahn Haifa—Der'ä besichtigen und die feierliche Einweihung an der Endstation Mään vornehmen sollte, vom Sultan als militär-technisches Mitglied zugeteilt. Seine bei dieser Expedition gemachten Beobachtungen hat er in der genannten Schrift verwertet. Der Verfasser erzählt die Vorgeschichte des Bahnbaues, beschreibt die bereits fertiggestellten Bahnstrecken, die Ausrüstung der Bahn, den Bahnbetrieb, und schildert in lebhaften Bildern die speziell für die Erforschung der ältesten semitischen Kultur sehr wichtigen, wie überhaupt ethnographisch, geographisch, archäologisch, und historisch sehr interessanten, aber nur ganz wenig bekannten Gebiete des Ost-Jordanlandes, des Hedschas und Zentralarabiens. Die Bahn ist ein monumentaler Beweis für die Tüchtigkeit und Ausdauer der türkischen Truppen, die mit Überwindung der größten Schwierigkeiten an dem Bau rüstig weiterarbeiten, sowie für die Macht des religiösen Gedankens bei den Mohammedanern. Die Hedschasbahn wird nicht nur ihren religiösen Zweck erfüllen, indem sie den vielen Tausenden frommer Mohammedaner die bisher mit Lebensgefahr, Krankheiten und Entbehrungen verbundene Pilgerung nach den heiligen Stätten Medina und Mekka erleichtern wird, sondern auch zur politischen Festigung des türkischen Reiches viel beitragen und auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung für das Ostjordanland und den Hedschas sein. Insbesondere aber werden die fruchtbaren Gebiete des Hauran (der einst die Bedeutung einer Kornkammer für das ganze türkische Reich erlangen kann) und des Adschlun aufblühen, weite unbewohnte Gegenden kolonisiert und die Beduienenstämme seßhaft gemacht werden können. Das Buch enthält auch mehrere Abbildungen und 3 von Auler Pascha gezeichnete Karten.