Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Professor Hilgardś Werk über die Böden [Rezension]
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 109 (sequence 2)
- Language
- German
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— 109 — lesen sich, als ob sie besonders für Palästina geschrieben wären, und ich möchte deshalb allen denen, die an der Förderung der Bodenkultur in diesem Lande ein Interesse haben, warm empfehlen, das Buch recht eingehend zu studieren. Es gibt meines Wissens kein Werk über Bodenkunde, das die Verhältnisse in den „ariden Regionen", zu deren Bereich auch Palästina zu rechnen ist, in dem Maaße berück' sichtigt, wie das Werk Hilgards. Daß die Beurteilung der „ariden Böden" in dem Buche im allgemeinen eine günstige ist, brauche ich nach meinen Ausführungen in No. 12, i906, („Altneuland") wohl kaum noch hervorzuheben. Alle meine Mitteilungen in dem gedachten Artikel werden durch das Werk „Soils etc." in vollem Maasse bestätigt, nur ist die Begründung des günstigen Urteils selbstverständlich noch eine weit eingehendere, als ich sie dort zu geben vermochte. In ausführlicher Weise weist das Buch nach, dass im Durchschnitt die Böden der trockenen Regionen reicher in ihrer chemischen Zusammensetzung sind als die der feuchten, und legt dann ebenso gründlich dar, woraus dieser Vorzug sich herleitet, nämlich vorzugsweise aus der Art der Entstehung der Böden und aus dem geringeren Maaße der Auslaugung durch Niederschläge. Auch wird wieder auf die im Durchschnitt viel größere Tiefe und bessere physikalische Beschaffenheit der „ariden Böden" hingewiesen und bei einer Gelegenheit bemerkt, daß bei der Nächtigkeit der für die Pflanzenernährung in Betracht kommenden Bodenschicht der Landmann der trockenen Zonen oft „mehrere Farmen übereinander" besitze. Daß in solche Böden die Pflanzenwurzeln fast immer außerordentlich tief eindringen, und daß dies nicht allein für die Ernährung der Pflanzen von großem Vorteil ist, sondern auch deren Wasserversorgung erleichtert und den Wurzeln Schutz vor der Einwirkung ungewöhnlicher Sommerhitze gewährt, ist natürlich. Oft gehen die Pflanzenwurzeln in Böden hier gedachter Art über 3 m tief hinab. Es wird über Obstbäume und Weinstöcke berichtet, deren Wurzeln mehr als die doppelte Tiefe erreichten. Eine Shepherdia soll ihre Wurzeln etwa 16 m hinaberstreckt haben. Und von der Luzerne heißt es, daß man ihre Wurzeln häufig noch in Tiefen von 6—8 m fände; ja, in einem Falle wird von einer Tiefe von nahezu 20 m (60 engl. Fuß) berichtet. Über den Gehalt an Nährstoffen, wie er sich in den Böden der trockenen und der feuchten Regionen vorzufinden pflegt, verbreitet eine Zusammenstellung auf Seite 377 ein interessantes Licht. Es handelt sich in dieser Zusammenstellung um die, Ergebnisse der Untersuchung von 696 Böden der humiden und 573 Böden der ariden Regionen Nordamerikas, außerdem von J44- Böden eines halbariden Übergangsgebietes. Im Durchschnitt stellte sich der prozentische Gehalt, hier nur die wichtigsten Stoffe in Betracht gezogen, wie folgt: 1 Regionen j; i Lösli' he Kieselsäure (Si 02) 15 )£ Natron Kalk (Ca O) .2 t/5 s bJD «3 E Eisenoxyd Aluminiumoxyd Phosphorsäure Schwefelsäure Humus Stickstoff im Humus Stickstoff im Boden Humide 4,04 0,21 0,14 0,13 0,29 3,88 3,66 0,12 0,05 1,22 — — Aride 6,71 0,67 0,35 1,43 1,27 5,48 7,21 0,16 0,06 1,13 12,50 0,13 Halbaride 8,46 0,33 0,32 0,70 0,47 2,08 4,57 0,21 0,02 3,24 6,67 0,22