Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Die Insel Cypern
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 75 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 75 — Die Getreidesorten bilden, trotz des verhältnismässig geringen Nutzens doch die Basis der cypriotischen Landwirtschaft. Viel einträglicher ist der Anbau gewisser Fruchtbäume, die vorzüglich auf der Insel gedeihen, aber nur wenige Eigentümer sind in der glücklichen Lage, die nötigen Gelder in ein solches Unternehmen hineinstecken und bis zur Fruchtreife auf Erträge warten zu können. Man muss für die ersten 4—5 Jahre auf jeden Ertrag verzichten, aber nach dieser Zeit trägt beispielsweise der Feddan Granatenpflanzung im Karpas bis zu £ 20 Brutto. Die Weinrebe gedeiht gut in der Gegend von Limassol, der Feigenbaum in der Gegend von Paphos, Orangen im Distrikt von Famagusta, und wenn man die Kultur der Fruchtbäume nicht in grösserem Masse aufnimmt, so liegt es hauptsächlich am Mangel an Kapital. Die Fruchtbäuine erfordern je eine Bewässerung in acht Tagen. Ein Brunnen mit Windmotor und Reservoir kostet etwa 70 Pfund und genügt zur normalen Bewässerung von l2/a Feddan. Zurzeit verkauft die Regierung den Bauern importierte amerikanische Windmühlen zu günstigen Bedingungen. Eine grosse Anzahl ist auf der Insel im Betrieb, und man hätte noch unendlich viele mehr, wenn die Geldmittel der Einwohner nicht so beschränkt wären. Gleichwohl könnte man Dampf- und Petroleum-Motore in Anwendung bringen, aber diese erfordern eine grössere Ausdehnung der Pflanzungen als in Cypern üblich, wo etwa eine Million Feddan bearbeiteten Landes in eine Million einzelne Besitztitel zerfallen. Ausserdem liefert der Wind eine Kraft, die nichts kostet; er weht fast immer mit der Stärke, die für den Betrieb dieser Motoren nötig ist Der Faktor, der die landwirtschaftlichen Erträgnisse der Insel bedingt, ist der Regen. Wenn die jährliche Regenmenge weniger beträgt als 18 Zoll, so betrachtet man das Jahr als ungünstig. Im Jahre 19U1/2 fiel nur 8 — 12 Zoll, was eine Teuerung zur Folge hatte. Im Jahre 1904/5 fielen 20 — 25 Zoll und das Jahr wird als ein gutes betrachtet. Die Erträge stiegen bedeutend. Als eine merkwürdige Tatsache ist hier zu verzeichnen, dass in den schlechten Jahren eine grosse Anzahl der kleinen Eigentümer sich beeilen, ihre Güter zu verkaufen, um sie in regenreichen Jahren zu einem bedeutend höheren Preis zurückzukaufen. Diese Tatsache spricht mit bei der Frage des An-