Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 76

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Insel Cypern
Date
1907-03-01
Page
Seite 76 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379797-2379800-2381213--00909-2381292
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 76 — kaufs von Ländereien in Cypern zum Zweck der Parzellierung und des Wiederverkaufs. Wenn man die pluviometrischen Angaben und die landwirtschaftlichen Erträgnisse der Insel von 1895 bis jetzt in Betracht zieht, kann man wahrnehmen, wie wenig die Jahre sich ähneln. Diese Ungleichheit der Erträge, verbunden mit andern Ursachen, die wir weiterhin besprechen werden, lässt den Ankauf grosser Flächen und ihre direkte Bearbeitung als einigermassen gewagt erscheinen und erfordert ebenso eine gründliche Untersuchung der geeigneten Methoden für die Gewährung von Darlehen an die Landleute. Es ist richtig, dass man in gewissem Masse die für Irrigation verfügbaren Wassermengen vergrössern könnte, sei es durch Vergrösserung der Anzahl erbohrter Quellen oder der Brunnen mit Windmühlen-Anlage, sei es durch Konstruktion von Stauwerken, mittelst deren man einen Teil des Wassers der zahlreichen Winterströme aufhalten könnte, die bis zum Februar fliessen und während der übrigen Zeit des Jahres trocken liegen. Aber die Versuche in dieser Richtung scheinen nicht die erwarteten Resultate ergeben zu haben; auch sind solche Arbeiten ziemlich kostspielig. Die Tiefe, in der man die erste wasserführende Schicht trifft (13—23 Meter) macht die Bewässerung auf alle Fälle ziemlich kostspielig, selbst wenn man die billige Kraft der Windmotore zur Verfügung hat. Aber wir haben gesehen, dass auch diese Einrichtungen ziemlich grosse Kosten verursachen. Und was schliesslich die von der Regierung unternommene Tiefbohrung betrifft, so wird man bei aller Hoffnung doch erst das Resultat abwarten müssen. Schlussbemerkungen. Aus dieser ganzen Darstellung ergibt sich klar, dass der Ackerbau in Cypern in sehr rückständiger Weise betrieben wird, dass der Boden fruchtbar ist und trotz mangelhaftester Bearbeitung seit Jahrhunderten gute Erträge liefert. Hauptsächlich wegen Geldmangel wird nur ein kleiner Bruchteil des anbaufähigen Landes jährlich bearbeitet. In nicht seltenen Fällen sind für ein Gut von 1000 Feddan nur ein oder zwei Paar Ochsen verfügbar, und es scheint klar, dass wenn auch eine direkte Bearbeitung nicht anzuraten ist, doch durch die Verbesserung des Looses der jetzigen Kleinbauern die Bodenwirtschaft und damit der Reichtum der Insel in grossem Masse gefördert werden könnte. Es wird sich also darum handeln^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.