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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Insel Cypern
Date
1907-03-01
Page
Seite 74 (sequence 18)
Language
German
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— 74 — Das Klima der Insel, die geologische Beschaffenheit ihrer Wiesenflächen, ebenso wie der fast unbegrenzte Markt, den Ägypten bietet, sollten die cyprische Viehzucht günstig beeinflussen. Zu erwähnen ist, dass das cyprische Schaf keinen so ausgesprochenen Fettgeschmack hat, wie das der karamanischen Rasse, zu der es gehört. Die Insel bringt auch schöne Maulesel und gute Ponys hervor. Die Zucht der letzteren ist besonders im Dorfe Pissouri (Limassol-Distrikt) entwickelt. Neben der Baumkultur ist die Viehzucht die lukrativste und eingeführteste landwirtschaftliche Beschäftigung auf Cypern. Die Aufforstung würde der Insel grosse Mengen von Bauholz und Brennmaterial schaffen, sowohl für den einheimischen Bedarf wie für den Export, für welchen wieder Ägypten in erster Reihe in Betracht käme. Der australische Wattie, der am geeignetsten dafür zu sein scheint, erlordert 2 englische Pfund Kosten per Feddan, um nach jedem sechsten Jahr 12—20 Pfund per Feddan, also eine Verzinsung von mindestens 100% jährlich zu liefern. Ausser diesen direkten Einkünften bietet die Aufforstung noch andere Vorteile. So weiss man, dass eine zu weit gehende Entholzung die Wasserverhältnisse ausserordentlich beeinträchtigt, die Quellen nehmen ab, und die Wasserläufe büssen ihre Regelmässigkeit ein. Die Aufforstung verhindert auch die Abschwemmung des Erdreichs an den Abhängen. Man würde auch in sehr günstiger Weise das- Klima ungesunder und als Brutstätten des Fiebers betrachteter Gegenden durch Anlage von Eucalyptus-Wäldern verbessern. Aber diese künstliche Aufforstung erfordert Kapitalien, die heute noch fehlen. Auf den bebauten Flächen wechseln sich die Getreidearten Weizen, Gerste etc. seit den ältesten Zeiten ab, ohne — dass man jemals gedüngt hätte und ohne andere Bearbeitung als mittelst des primitivsten Pfluges. Trotz dieser Zustände ist der Ertrag ein ziemlich hoher: -er erreicht das 15—30 fache der Aussaat, je nach der Regenmenge des Jahres. Der Weizen wirft durchschnittlich einen Überschuss von Mk. 20—30 per Feddan ab, aber es ist dabei zu bemerken, dass von den 70 Feddan, die im Durchschnitt auf jeden Pächter entfallen, nur 15 jedesmal bebaut werden, während der Rest brach liegt.

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