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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Insel Cypern
Date
1907-03-01
Page
Seite 69 (sequence 13)
Language
German
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— 69 — Der Regen fällt hauptsächlich in den Monaten zwischen Oktober und Februar. Zuweilen gibt es auch kurze Gewitterregen noch im März und April, in der übrigen Zeit ist es sehr trocken. Die meteorologischen Beobachtungen, die in Cypern von 1889 bis jetzt vorliegen, zeigen einen mittleren jährlichen Regenfall von 400 Millimeter. Damit ist Cypern eine der trockensten Gegenden des Mittelmeergebietes. Manchmal bleibt das Jahresquantum noch hinter diesem Mittel zurück, und zwischen dem 1. Oktober 1901 und dem 30. September 1902 fiel sogar nur etwa 200 Millimeter. Drei aufeinanderfolgende verhältnismässig trockene Jahre genügen, um die unterirdischen Wasservorräte erheblich zu vermindern. Es verdient Erwähnung, dass die Quelle von Karava, auch während der ärgsten Trockenheiten, die die Insel heimgesucht haben, an Wasserreichtum nicht eingebüsst hat, was für die Auffassung spricht, dass das Wasser dieser Quelle von der gegenüberliegenden kleinasiatischen Küste stammt. Der A c k e r b a u. Die Vorbereitung des Bodens lässt noch fast alles zu wünschen übrig, man verwendet bis heufe noch den alten cypriotischen Holzpflug, der dem ägyptischen ziemlich ähnlich ist Bis auf einige wenige Ernte- und Dreschmaschinen, die neuerdings eingeführt wurden, sind die modernen landwirtschaftlichen Maschinen noch unbekannt. Auch ist ein vernünftiger Fruchtwechsel noch nirgends in Anwendung. Man baut Gerste, Weizen, Hafer, Wicken, Johannisbrot, Wein, Oliven, Baumwolle, Maulbeerbäume für Seidenzucht, Sesam, Anis, Leinsamen, Hanf, Erbsen, Linsen, verschiedene Baumfrüchte, Gemüse etc. Die Insel produziert auch Tabak, den besten, findet man bei Omhodos. Was die Baumwolle betrifft, so wurde sie früher last tiberall auf der Insel ein wenig kultiviert. Im 16. Jahrhundert wurden jährlich bis 6 Millionen Kilo exportiert, und fast das gleiche Quantum wurde von der einheimischen sehr lebhaften Weberei-Industrie verbraucht. Wenn man den mittleren Ertrag per Feddan, wie er weiter unten angegeben ist, zugrunde legt, kann man die zur Venetianer-Zeit mit Baumwolle bebaute Fläche auf mindestens 120000 Feddan veranschlagen, während

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