Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Die Insel Cypern
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 70 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 70 — jetzt nur 4—5000 Feddan für diese Kultur in Anspruch .genommen sind. Unter türkischer Herrschaft und trotz des amerikanischen Bürgerkrieges exportierte Cypern im Jahre 1865 zum Beispiel nur 900 000 Kilo und im Jahre 1871 600000. Diesen Ausfall schreibt man hauptsächlich der türkischen Beiteuerungsart zu,, nach der man mit dem Einsammeln warten musste, bis die Ernte abgeschätzt war. Die hiermit verbundenen Verspätungen hatten zur Folge, dass die reifen Kapseln abfielen und die Ernte entwertet wurde. Seit der englischen Okkupation wurde dieser Modus abgeschafft, und man hat nur noch einen Export-Zoll für Baumwolle zu zahlen. Trotzdem aber hatten seither die Knappheit an Arbeitskräften, die Heuschrecken, der Wassermangel, die Verschlechterung der kultivierten Arten und der niedrige Weltmarktpreis den Anbau der Baumwolle noch erheblich zurückgehen lassen, sodass der jährliche Export jetzt kaum 150—200000 Kilo übersteigt. Diese Ausfuhr geht hauptsächlich nach Marseille und Triest. Heutzutage wird Baumwolle in beträchtlicherem Maasse nur gebaut in Kythrea und Umgebung, in Dali, Nisso, Solea, Karava und Lapithos. In allen diesen Gegenden wird die Baumwolle im Sommer mittelst unterirdischen Wassers irrigiert. Der Eigentümer liefert gewöhnlich Boden und Wasser und nimmt dafür 2/5 der Brutto-Ernte, die in seinem Magazin abzuliefern ist. Ausserdem baut man auch Baumwolle in grösserem Maasstabe in der Messaoria und im Karpas, wenn im Winter und Frühjahr reichlich Regen gefallen ist. Im Jahre 1869 baute man auf diese Weise 6000 Feddan ohne Sommerbewässerung. Das auf diese Weise gewonnene Produkt wird „trockene Baumwolle" (dry cotton) genannt, ist wenig gleichmässig und weniger seidenartig und hat auf den europäischen Märkten einen um 10°/o geringeren Preis als die „nasse Baumwolle" (wet cotton). Die letztere Art cyprischer Herkunft wird in Marseille und Triest zu den besten Qualitäten gezählt und rangiert unmittelbar nach der ägyptischen „Jumel"-Baumwolle. Die einheimische cyprische Baumwolle gehört zu Gossypium herbaceum, die einzige vor dem Secessions-Krieg bekannte Art. Seither wurden eingeführt zuerst „Orleans" dann „Peterkin", zwei amerikanische Arten, die auf der Insel sehr gut gedeihen und die sowohl als „dry", wie als „wet cotton" gebaut