Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Landwirtschaft in der Wüste ohne Bewässerung
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 3)
- Language
- German
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— 52 — tiefes Pflügen allein genügt nicht. Sofort nach dem Pflügen muß der Boden, während er noch feucht ist, so behandelt werden, daß ein Austrocknen durch Verdunsten verhindert wird und dennoch dem fallenden Regen gestattet, leicht in den* -selben einzudringen. Auch muß das Wasser in den kleinen Säulen wieder herauf zur Oberfläche bis an das — aber nicht über das — Wurzelblatt kommen. Und diese Behandlung des Bodens ist der neue Gedanke. Die Sub-Oberfläche, d. h. vom Grund des gepflügten Bodens bis innerhalb 3 oder 4 Zoll von der wirklichen Oberfläche, muß fest gepackt sein, während das Land der Oberfläche lose und weich bleiben und sofort mittels der Egge pulverisiert werden muß. Aber „Packen" führt die Gedanken gleich auf dem altmodischen Roller. Aber dieses Werkzeug genügt nicht. Es befestigt wohl die Oberfläche, kann aber schwerlich auf den Boden in einer Tiefe von fünf bis 6 Zoll wirken. Dieser Roller rollt auf einer Schicht hin, die sich selbst gebildet hat. Selbst wenn er von der Egge gefolgt wird, entspricht er nicht den Ansprüchen der neuen Methode. Doch mag die Suboberfläche mit Geräten gepackt werden, die auf jeder Farm zu finden sind, außerdem hat Herr Campbell ein besonderes Instrument für diese Arbeit ersonnen. Eine Prüfung der Felder auf seinen Versuchsstationen überzeugt jeden, daß diese Suboberfläche-Packung die Hauptsache in seinem System, unerläßlich zu der nötigen Feuchtigkeitsaufspeicherung ist. Der Grund, weshalb Packung unerläßlich ist, scheint klar auf der Hand zu liegen. Der Pflug wälzt Unkraut usw. unter die Oberfläche und sie bilden so viele Cavitäten. Durch diese Hohlräume kann Feuchtigkeit durch Haarröhrchen nicht gelangen, aber die Lufträume steigern die Verdunstung. Der vegetabile Stoff selbst, trocken und unverfault, wie er ist, fördert die Verdunstung noch, anstatt die Feuchtigkeit zurückzuhalten. Das Wurzelbett kann aber nur Feuchtigkeit halten, wenn es fest ist; und solange keine Feuchtigkeit zurückgehalten wird, bleibt auch die Ernte null. Nach dem tiefen Pflügen und der Suboberflächen-Packung hat ein beständiges Umpflügen zu folgen. Der Zweck desselben ist ein doppelter: Verdunstung aufzuhalten und eine Zerstörung des Wurzelbettes der Pflanzen zu vermeiden, in welchem die Nahrung für den darüber befindlichen Wuchs angesammelt wird. Keine Schaufeln mit langen Spitzen sind erlaubt. So tief und nicht tiefer muß und soll der Farmer die ganze Saison hindurch gehen. Auf diese Weise erscheint der Boden nach zwei -oder drei Bearbeitungen wie ein ebenes Stück Erde, das mit einer zwei oder drei Zoll dicken Schicht Staub bedeckt ist. Die Verdunstung aufzuhalten, das ist's, wohin alle diese Schritte gelenkt wurden, denn Trockenheit ist einfach Verdunstung, die stärker ist als der Regen. Nur wenige Zoll Regen sind nötig, um Getreide zu reifen, wenn er dort zurückgehalten werden kann, wo er gebraucht wird — im Boden; und die ungeheuren Güsse einer nassen Saison wie diejenige der Südamerikanischen Ilanos, sind wirkungslos, um die Trockenheit des Sommers zu verhindern, da eine riesige Verdunstung in der trockenen Saison vor sich geht. Durch die Campbell Methode wird Verdunstung so reduziert, daß selbst bei weit weniger als 19 Zoll jährlicher Niederschläge, die Regenmenge sie überholt und dann wird auch der Bestand an feuchter Erde alljährlich größer. Und das wird nicht durch Zauberei erreicht, sondern durch die einfache Arbeit, das Feld während des Sommers mit einer drei Zoll dicken Staubdecke zu beschützen. Diese Staubdecke wird erzeugt durch einmaliges Umeggen aller fünf bis sieben Tage während der Zeit des Wachstums auf eine Tiefe von 3 bis 4 Zoll.