Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Landwirtschaft in der Wüste ohne Bewässerung
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 2)
- Language
- German
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— 51 — und den vierzig Fuß-Eggen und überarbeitet die Farm — Hafer, Gerste, Weizen sind einige Zoll hoch. Ueber alles hinweg geht die Egge, und alles scheint zerstört. Aber der Farmer lächelt, und im August schneidet er sein Getreide, und folgt dem Schnitter mit der Scheibenegge. Er pflügt tief im Herbste und folgt dem Pfluge mit dem „Subsurface packer" und so lange, bis der Frost der Feuchtigkeit ein Ende macht, überarbeitet er nach jedem Regen die herbstlich braunen Felder mit den pulverisierenden Stahlzähnen. Hardy W. Campbell aus Vermont, der früher in Süd-Dakota lebte, sodann sich in Lincoln, Ubraska niedergelassen hat, ist der Erfinder der ,»Campbell Methode", der ,.trockenen Landbewirtung"; er lehrt, daß der sogenannte „trockene Westen", (Amerikas) garnicht trocken ist, wenn man nur in.der richtigen Weise die Regenmenge sich zu Mutzen macht, welche sein Klima bringt. Herr Campbells Kenntnis der zu überwältigenden Umstände kam aus einer reifen Erfahrung, gesammelt in der Trockenheit und den heißen Winden des oberen James Riva Valleys in Süd-Dakota, wo er seine Versuche vor 23 Jahren begann. Hier sind die Elemente der Aufgabe zu suchen, deren Lösung er sich stellte: Eine große Fläche von fast gleichmässig ebener Oberfläche, ein ausser, ordentlich fruchtbarer Boden; eine Atmosphäre, die einen Normal-Niederschlag von nur fünfzehn oder zwanzig Zoll im Durchschnitt ergibt; ein kapriziöses Klima, das scharfen Abweichungen vom Normalen unterworfen ist; heisse und durstige südliche Winde im Sommer: warme und trockene „Chinooks" im Winter. Allgemein galt das Gesetz, daß überall da Trockenheit zu erwarten sind, wo der mittlere Jahresniederschlag weniger als 50 Zoll ist, mit einer mittleren jähr, liehen Abweichung vom Normalen von mehr als 12%, und daß für erfolgreichen Ackerbau ohne Bewässerung ein Niederschlag von über 20 Zoll nötig ist. Das erste Ergebnis seiner Yankee ,,Rechnung" war, daß ein Zoll Niederschläge etwa 120 Tonnen Wasser per Acker sind; daß 12 Zoll Regen, wenn sie im Boden gehalten werden könnten, vollkommen genügen, um eine Saat von 5 Tonnen trockener Produkte pro Acker zur Reife zu bringen, und daß somit im trockensten Jahr mehr Niederschläge waren, als das Getreide brauchte. Die Schwierigkeit lag in der Verdunstung, nicht im mangelnden Regen. Auf diesen Grundsatz baute er seine ganze folgende Arbeit auf. Seine Versuche reichen bis in das Jahr 1883 zurück. Ein grosser Teil seiner Schriften und Gespräche mit den Farmern erklärt, wie man diese Resultate mit und ohne Maschinen erzielt. Das System besteht hauptsächlich in tiefem Pflügen, subsurfarce packing und beständigem Umpflügen. All das sind Mittel zu dem einzigen Zweck, Feuchtigkeit anzusammeln im Bereich der Wurzeln und Verdunstung auf ein Minimum zu beschränken. Tiefes Pflügen, sagt Herr Campbell, ist nötig zur Bildung eines genügenden Reservoirs zur Aufnähme des Wassers. Der Prärieboden hat Jahrhunderte lang ungepflügt dagelegen und die Wasserabflüsse durch denselben sind zu einer Art Säulen-Formation gelangt. Durch die Einschnitte zwischen diesen Säulen läuft das Wasser dem Gesetz der Schwere folgend hinab, während die kleinen Säulen wie Dochte wirken, und es der Haarröhrchenkraft entsprechend wieder zur Oberfläche heraufschaffen. Solange nun die oberen Teile dieser Dochte der Wirkung der Winde ausgesetzt sind, hält die schnelle Verdunstung von der Oberfläche her den endlosen, nach aufwärts gerichteten Strom von Feuchtigkeit in Bewegung, der aber von dem trockenen Luftzug weggeführt und vergeudet wird. Tiefes Pflügen, das die oberen Partien dieser Säulen unter 8 bis 10 Zoll losen Erdbodens begräbt, hält diese Bewegung wirksam auf. Aber