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Palästina · 1907-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1907) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1907)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Jaffa
Date
1907-01-01
Page
Seite 33 (sequence 12)
Language
German
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— 38 — amten. Das Schneiderhandwerk ist fast ausschliesslich in jüdischen Händen. Das Schusterhandwerk dagegen ist auch unter den Nichtjuden verbreitet, hauptsächlich unter den Griechen in Jaffa, von denen Manche auch für den ausländischen Markt arbeiten. Die jüdischen Schuster verdienen durchschnittlich 70—80 Frcs. monatlich, die besseren auch über 100 bis 150 Frcs. Ein handfertiger Schustergeselle bekommt 40—50 Frcs. monatlich. Viele ernähren sich in der Weise, dass sie alte, zerrissene Schuhe aufkaufen, reparieren und dann wieder verkaufen. Die jüdischen Schuster könnten viel mehr verdienen und besser die Konkurrenz der Griechen aushalten, wenn sie feinere und schönere Arbeit zu liefern verstehen würden. 78 Handwerker finden ihr Brot als Tischler, 31 als Böttcher. Unter Letzteren gibt es 3 Meister-Unternehmer mit zusammen 28 Gesellen. Dieses Gewerbe ist sehr jungen Datums und recht entwicklungsfähig. Der ganze Bedarf der jüdischen Kolonieen wird allmählich hier gedeckt werden. Anstreicher und Zimmerleute gibt es 23. Auch Wagenbauer bekommen viel Arbeit von den Kolonieen, ebenso Schmiede, deren es 17 gibt mit 24 Gesellen. 2 jüdische Eisengiessereien in Jaffa beschäftigen 63 jüdische Arbeiter. In Jaffa gibt es zusammen etwa 15 Mühlen, von denen nur 2 jüdischen Besitzern gehören und 2 von Juden gepachtet sind. In 8 jüdischen Bäckereien, von denen 4 erst in den letzten Jahren errichtet wurden, finden 28 Menschen Beschäftigung. Fleischverkäufer sind 18 vorhanden. Interessant ist die auf Grund der Angaben der Fleischer über den wöchentlichen Fleischverkauf im Sommer 1905 aufgestellte Berechnung. Darnach wurden in ganz Jaffa wöchentlich 1500 — 1700 kg. koscheren Fleisches verkauft und es würde dann im durchschnitt jeder jüdische Einwohner in Jaffa jährlich 16—18 kg. Fleisch verzehren oder jeder erwachsene Jude ca. 80 g durchschnittlich täglich. Ungefähr der fünfte Teil aller Geschäftsläden in Jaffa gehört jüdischen Kaufleuten. Ihr Konkurrenzkampf gegen die Araber ist insofern kein leichter als diese in jeder Hinsicht ausserordentlich anspruchslos sind. Selbst die Reicheren geben überaus wenig für "Nahrung und Wohnung aus und unterscheiden sich höchstens durch ihre bessere Kleidung von den ganz armen Fellahen. Sie begnügen sich daher auch mit

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