Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Jaffa
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 11)
- Language
- German
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— 32 — Unterricht und Erziehung Kultus Hausdiener Rentner Ohne Beruf Almosenempfänger 36 53 26 79 28 17 123 zusammen 1054 641 In Wirklichkeit beträgt die Zahl der selbständigen Erwerbstätigen (nach Abzug der Berufslosen und Almosenempfänger) nicht 975, wie die Tabelle ausweist, sondern weniger, da auch die bei ihren Eltern beschäftigten Kinder, die nicht gegen eine feste Vergütung angestellt sind, unter die Selbständigen gezählt sind. Der wichtigste Zweig der Landwirtschaft ist die Gärtnerei, die in ganz Palästina eine der bedeutungsvollsten Erwerbsquellen darstellt. Eine mittelmässige Gartenanlage im Werte von 30—35 000 Eres, liefert in der Regel eine durchschnittliche Jahreseinnahme von 7—9000 Frcs., was also eine Kapitalsverzinsung von 20—30 °/o bedeutet. Leider sind viel zu wenige Gärten in jüdischem Besitz. Von über 30 000 Dunam Gartenland in der Umgegend von Jaffa sind nur einige hundert Dunam in jüdischen Händen (darunter ist auch schon das Mikweh Israel- und das Montefiore'sche Gut). Die wichtigsten Handwerke sind das Schuster- und Schneiderhandwerk. Schneider- und Schneiderinnen verdienen durchschnittlich 70—80 Frcs., einige wenige, die ein grösseres Personal beschäftigen, sogar über 100 Frcs. Schneidergehilfen verdienen ca. 20 Frcs., bei besserer Ausbildung etwa 40 Frcs. monatlich. Schwer empfinden die Schneider die Konkurrenz auswärtiger Kleiderfabrikanten. Hauptsächlich werden aus Wien fertige Kleider importiert, die hier zu billigeren Preisen verkauft werden als in österreichischen Städten. Trotz der Transportkosten und geringen Zollgebühren sind nämlich die Gesamtkosten — infolge der niedrigen Arbeitslöhne, geringen Mietspreise und der Steuerfreiheit — erheblich kleiner als im Ausland. Es sind daher die Preise für die fertigen Kleider mindestens um die Hälfte kleiner als im Ausland. Für 7—10 Frcs. kann man schon einen Sommermantel und ein Paar Hosen erstehen. Deshalb werden bei den Ortsschneidern nur die teueren und feineren Kleider bestellt. Die wichtigsten Kunden sind die vornehmen Christen und die türkischen Be-