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Palästina · 1907-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1907) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1907)
Article
Zur Frage der Ausbildung von Kolonisten-Frauen in Palästina
Date
1907-01-01
Page
Seite 7 (sequence 5)
Language
German
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— 7 — Es dürfte übrigens auch schwer sein, aus der jetzigen jüdischen Bevölkerung Palästinas das Material für ein solches Internat zu erlangen, da dasselbe naturgemäss auf dem Lande liegen muss, und sich die städtischen Juden in Palästina im allgemeinen nur ungern von ihren Töchtern trennen. Vielmehr dürfte es sich empfehlen, ein jüdisches Mädchen-Waisenhaus auf dem Lande zu schaffen. Augenblicklich fehlt es merkwürdigerweise überhaupt an einem Mädchenwaisenhaus in Palästina, trotz der Bemühungen des in Frankfurt a. M. domizilierten Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina, der schon im Herbst 1903, nachdem er von einem der Verwaltung des Vereins nahestehenden Wohltäter 30000 Mk. als Grundstock für ein Mädchen-Waisenhaus erhalten hatte, eine grössere Agitation dafür entfaltete. Nun hat ja vor einiger Zeit das Zionistische Aktionskomitee beschlossen, den ca. 160000 Mk. betragenden Rest des für die russischen Opfer der Progrome gesammelten Geldes für ein Waisenhaus in Palästina zu verwenden. Sollte sich nun nicht hier eine Kombination ermöglichen lassen, um einerseits das Bedürfnis nach einem Mädchen-Waisenhaus zu befriedigen, andererseits dadurch, dass man dasselbe auf das Land verlegt und eine kleine Landwirtschaft damit verbindet, in der die Waisenkinder arbeiten lernen, dem Hauptmangel der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien zu steuern? Wenn auch die bisher gesammelte Geldsumme nicht ausreichen dürfte, um ein grosses Waisenhaus zu bauen, so kann man auf dem Lande sehr gut mit einem kleinen Internat beginnen, das man mit den zweifellos mit der Zeit hinzukommenden weiteren Mitteln ausbauen würde. Das Land würde der Nationalfond beisteuern können, die Wirtschaft könnte sich vorläufig auf etwas Garten* bau und Viehzucht beschränken, die gleichzeitig das Waisenhaus mit Milch, Fleisch, Gemüse und Obst versorgen würde; auch das Haus und das Wirtschaftsgebäude könnten ev. mit Geldern des Nationalfonds gegen langsame Amortisation erbaut werden, sodass die zur Verfügung stehenden Mittel ausschliesslich zur Anschaffung des Inventars des Internats und der Wirtschaft, sowie zum Unterhalt der russischen Waisenmädchen, der Lehrerin und des Wirtschaftspersonals zu dienen haben würden. Da schon im Interesse des zukünftigen Berufes der Mädchen alles so einfach wie möglich gehalten werden muss, so dürfte man mit einem Kapital von 300000 Mk. getrost an-

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