Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1907)
- Article
- Zur Frage der Ausbildung von Kolonisten-Frauen in Palästina
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379799-2381092--00798-2381144- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 8 — fangen können, mit dessen Zinsen, falls das Land nichts kostet und die Gebäude nur langsam zu amortisieren sind, ein Internat von 12 Mädchen recht gut unterhalten werden könnte, auch für die doppelte Anzahl würde das Geld reichen, wenn es sich dabei teilweise um Mädchen handelt, die selbst etwas Vermögen haben oder anderweitig unterstützt werden. Voraussichtlich werden in Russland viele Familien und Gemeinden die Waisen, für die sie zu sorgen haben,, lieber nach Palästina geben, als in einen grösseren russischen Ort, wo es Waisenhäuser gibt. Es mag dieser Plan zwar kleinlich erscheinen im Vergleich zu der grossen Aufgabe, das Kolonistenmaterial zu verbessern, aber wir müssen uns daran gewöhnen, das, was wir praktisch beginnen, von kleinen Saatkörnern aus sich selbst zu stattlichen Bäumen entwickeln zu lassen. Wenn man sich mit der Idee trägt, einem ganzen Volke zu helfen, so gelangt man gar leicht zu dem Wahn, jeden Anfang als zu klein zu verachten und man begnügt sich, da man grosses nicht zu unternehmen vermag, damit, überhaupt nichts zu tun. Man übersieht aber, dass die Gesamtheit des Volkes aus Einzelwesen besteht. Wer den Versuch im Reagenzglas scheut, wird nimmermehr lernen, sich den Chemismus der Welt Untertan zu machen. EIN BEITRAG ZUR KARTENKUNDE UND ZUM VERMESSUNGSWESEN PALÄSTINAS. von J, Treidel, vereid. Landmesser und Kulturingenieur. Eines der wichtigsten Hüifsmittel zur systematischen Entwickelung der Länder sind gute topographische Karten. Mit ihrer Hülfe projektiert der Eisenbahningenieur die Trace für seine Eisenbahnlinien, entwirft der Wasserbautechniker die Linie für die zweckmässige Kanalführung im Dienste des Verkehrs, der Arrigation und der Drainage. Er findet aus den Niveaukurven die geeignete Stelle für Talsperren, berechnet aus ihnen den ungefähren Fassungsraum der Staubassins, die Ausdehnung der Niederschlagsgebiete und die zu erwartenden abzuführenden Wassermengen. Der Geologe zeichnet in die topographische Karte seine Formationen sowie die syn- und antiklinalen Linien ein, leitet aus ihr die Profile ab, aus denen er die Mächtigkeit der Gesteinsflöze berechnet.