Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Neue Vereine zur Kolonisation Palästinas
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 5)
- Language
- German
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— 236 — f) Förderung des Absatzes der von den jüdischen Äckerbauern, Handwerkern und. Gewerbetreibenden in Palästina u. d. N. erzeugten Produkte. g) Ankaul von Grundstücken in Palästina und seinen Nachbarländern aus Vereinsmitteln für die Zwecke einer späteren Kolonisation. h) Förderung von Genossenschaften, die sich zum Zwecke setzen, aus den von den Mitgliedern der Genossenschaft aus privatwirtschaftlichen, humanitären oder religiösen Motiven für ihr eigenes Konto eingezahlten Beträgen in Palästina und seinen Nachbarländern Grundstücke anzukaufen, sei es zur Selbstbewirtschafftung durch die Mitglieder der Genossenschaft, sei es zur Bestellung durch jüdische Pächter oder jüdische Arbeiter auf Rechnung und zum Nutzen der Besitzer resp. der von ihnen gebildeten Siedelungsgenossenschaft, sei es zur Errichtnng von Familiengrabstätten oder zu anderen Zwecken. i) Unterhaltung von Beziehungen zu Anstalten und Vereinen, welche ähnliche Zwecke verfolgen, behufs rationellen Vorgehens und planvollen Zusammenwirkens auf dem gemeinsamen Gebiete. j) Erwirkung von günstigen Ansiedelungsbedingungen jeglicher Art. * * * Ein Kolonisationsverein in Ungarn. Die Idee einer systematischen Hilfsaktion zugunsten der aus ihren Wohnsitzen durch völlige Existenzunmöglichkeit hinausgedrängten Juden Russlands, Galiziens und Rumäniens hat auch in Ungarn Wurzel geschlagen. An der Sammlung von Fonds für die Zwecke einer prompten Abhilfe haben sich ja die ungarischen Juden bekanntlich beteiligt; aber auch nun, wo es gilt, durch Ankauf von Terrains und Ansiedelung der Emigrantenfamilien an der dauernden und planvollen Lösung des Problems des jüdischen Elends teilzunehmen, wollen sie nicht zurückstehen. Die Erkenntnis, dass auf allen Gruppen der jüdischen Bevölkerung, die nicht selbst zu den Aermsten und Verfolgten gehören, das „nobile officium" lastet, an dem von Baron Edmund Rothschild und Baron Moritz Hirsch inaugurierten Kolonisationswerke nach Kräften mitzuarbeiten, hat sich hier darum langsamer Bahn gebrochen, weil Ungarn infolge der starken jüdischen Einwanderung gewissermassen sein eigenes Galizien und Rumänien hat. Gerade dieser Umstand jedoch hat schliesslich wesentlich mit dazu beigetragen, die Einsicht in die Notwendigkeit einer auswärtigen Kolonisationsaktion reifen zu lassen. Mehr als anderswo hat man in Ungarn Gelegenheit, sich handgreiflich davon zu überzeugen, dass die Infiltration der jüdischen Emigrantenmassen in die westlichen, liberalen Länder mit erheblicher