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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 237

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Neue Vereine zur Kolonisation Palästinas
Date
1903-01-01
Page
Seite 237 (sequence 6)
Language
German
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— 237 — ansässiger jüdischer Bevölkerung geradezu verhängnisvoll wirkt, indem sie einerseits die Einwanderer dem schwersten Existenzkampf aussetzt, andererseits die Harmonie der einheimischen Juden mit der Landesbevölkerung erschüttert. Die jüdischen Emigranten bringen die jüdische Frage mit sich; sollen nicht alle zivilisierten Staaten von der letzteren angesteckt werden, so müssen die auswanderungsbedürftigen jüdischen Elemente auf leeren oder dünnbevölkerten Gebieten angesiedelt werden, wo sie, weit entfernt, die soziale Frage zu verschärfen, neue Kulturarbeit leisten können. Für die Zwecke der jüdischen Kolonisation eignet sich nun ganz besonders der Orient: das haben die bisherigen- Ansiedelungsversuche zur Evidenz dargetan. Diese Erwägungen haben eine Reihe der einflussreichsten Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde Budapests veranlasst, die Gründung eines jüdischen Kolonisationsvereins in Ungarn ins Auge zu fassen und in einer Versammlung, welche Ende Mai stattfand, eingehend zu erörtern. Ein Telegramm der Pariser Zentralleitung der Kolonisationsvereine, welches sofort beantwortet wurde, hatte die Verbindung mit den gleichstrebenden Organisationen hergestellt. Die dauernde Aufrechterhaltung dieser Verbindung wurde von den Mitgliedern der Versammlung als wichtiges Erfordernis bezeichnet. Allgemein machte sich die Ansicht geltend, dass die Mittel eines noch so blühenden Einzelvereins zu gering wären, um auf eigene Hand in gedeihlicher Weise Kolonisation treiben zu können; nur auf dem "Wege der Sammlung der Fonds und ihrer gemeinsamen Verwendung durch ein Zentralorgan sei eine rationelle und wirklich bedeutende Aktion durchzuführen. Im weiteren Verlaufe der Diskussion wurde noch eine Reihe anderer leitender Prinzipien für den geplanten Kolonisationsverein festgestellt, u. a. dass er nicht etwa die Auswanderung von Juden aus Ungarn, sondern ausschliesslich die Ansiedelung ausländischer Juden zu fördern hätte. Die Versammlung beschloss, sich zunächst betreffs dieser leitenden Ideen der ganzen Kolonisationsaktion mit dem Pariser Zentralkomitee und den Vorständen der übrigen Kolonisationsvereine zu verständigen. Sobald, wie zu erwarten ist, in den allgemeinen Fragen volle Uebereinstimmung festgestellt wird, soll im Herbst an die definitive Gründung des Kolonisationsvereins geschritten werden. Für das rasche Aufblühen und die finanzielle Leistungsfähigkeit der neuen Organisation bieten die Persönlichkeiten, welche derselben ihr Interesse zugewendet haben, vollauf Gewähr. Der Vorsitzende der erwähnten Versammlung führte seither eine eingehende Korrespondenz mit dem Pariser Zentralkomitee durch, auf

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