Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Das jüdische Kolonisations-Programm
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 203 — sei es auch der finanziell mächtigste Philantrop, bei einer Regierung nicht erlangt, das kann die Vertretung einer grossen Organisation, einer Föderation aller in Palästina tätigen jüdischen Körperschaften, sehr wohl erlangen. Solchen gemeinsamen Bestrebungen wird es bei einem klugen, massvollen Auftreten sicherlich auch gelingen, die weiteren, in den rechtlichen und administrativen Verhältnissen der Türkei begründeten Hemmnisse der Kolonisation zu beseitigen, namentlich das Erwerbs- und Besitzrecht von Immobilien zusichern, das Recht auf Errichtung von Häusern zu gewinnen, und die ruinierenden landwirtschaftlichen Steuern auf ein erträgliches Maass zu reduzieren. Das weitere Ziel liegt darin, das Prinzip der autonomen jüdischen Gemeindeverwaltung, der Vertretung der Juden durch jüdische Vorsteher im Verhältnis zur Regierung in immer ausgedehnterem Masse durchzusetzen. Wie weit wir mit der Zeit aui diesem Wege gelangen, ob, wann und unter welchen politischen Umständen es uns gelingen wird, eine völlig autonome jüdische Heimstätte zu schaffen, das können wir, das sollen wir heute schon aus rein taktischen Gründen unerörtert lassen. Unser Kolonisationswerk soll sich wTeder die Unterstützung aller derjenigen wertvollen jüdischen Elemente verscherzen, welche von politischen Gründungen überhaupt nichts wissen wollen, noch auch der türkischen Regierung zu irgend welchem Argwohn Anlass geben. Es genügt, wenn wir hier darauf hinweisen, dass jedem grossen Ansiedelungswerk auf einheitlicher national-religiöser Grundlage gewisse historische Entwickelungsziele immanent sind. Diese Ziele wollen wir aber nicht auf politischem und öffentlich-recht lichem, sondern auf wirtschaftlichem und rechtlichem Wege anstreben. 8. Mit welchen Mitteln soll nun dieses verjüngte und erweiterte Programm, welches nicht mehr die kleinliche, anarchische Kolonisation von Fall zu Fall, sondern eine systematische und zielbewusste Kolonisation umfasst, ins Werk gesetzt werden? . Vor allen Dingen durch die Belebung der existierenden Kolonisationsvereine und die Gründung neuer in den Ländern, wo sie nie bestanden oder von der politisch-zionistischen Strömung absorbiert wurden. Angesichts der Ueberwindung der Palästinakrise, angesichts des gleichzeitigen offiziellen Zurücktretens des politischen Systems ist für die Kolonisationsvereine der historische Moment gekommen, wo sie mit Anspannung aller Kräfte das Höchste leisten , sollen, was Organisationen dieser Art vollbringen können. Durch kräftigste Aus-