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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 199 (sequence 29)
Language
German
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— 199 — waltung liegen; wir wären also in unserem Kolonisationswerk sehr beschränkt, wenn uns nicht der Länderkreis um Palästina offen stände. Diese Gebiete müssten wir aber unter allen Umständen ins Auge fassen, auch wenn wir heute über das türkische Palästina frei verfügen könnten. Palästina ist zu klein, um die auswanderungsbedürftigen jüdischen Massen in ihrer Totalität aufzunehmen. Wir müssen von Anfang an an ein greater Palestine denken; nur ein solches bedeutet wirklich die Lösung der jüdischen Frage. In diesen Nachbargebieten Palästinas können wir jederzeit unter den günstigsten Bedingungen ganz beträchtliche Gruppen der jüdischen Bevölkerung ansiedeln. In den türkischen Grenzländern erhalten wir den Boden unter den zugänglichsten materiellen Bedingungen, in den englischen weitgehende Konzessionen in der Richtung der Selbstverwaltung. Diese Gebiete empfehlen sich also von selbst für die sofortige, unerlässliche Rettungskolonisation; und es liegt — abgesehen von einer allzu hochgespannten politischen Ungeduld — gar kein Grund vor, um für diesen Zweck andere, weit entfernte Gebiete aufzusuchen. Hier eröffnet sich uns die Möglichkeit, die praktische Aufgabe, die Behebung der Judennot. mit der idealen, der Wiederaufrichtung Zions, zu vereinigen. Wenn wir die jüdischen Massen dahin dirigieren, so ist das kein Nachtasyl, kein Golus, kein Provisorium mehr, so lenken wir unsere Arbeit und unsere Kräfte auch nicht für einen Augenblick von unserer Aufgabe der Gründung einer dauernden Heimstätte in Palästina ab, sondern legen vielmehr die festeste Basis für dieses in grossem Sinne aufgefasste Werk. Und hier, nur hier, unter gleichem Himmelsstrich, an den Toren Palästinas, werden unsere Ansiedelungen zugleich eine wirtschaftliche, nationale und politische Vorschule sein für ein Gemeinwesen in Palästina. Die Kolonien in den Nachbarländern sind die Ecksteine unseres Gebäudes. Diese unsere Arbeit an der Peripherie, welche ohne allen Aufschub beginnen kann und soll, darf jedoch unser Vordringen im Zentrum, in Palästina selbst, keineswegs hemmen. Jede Gebietserweiterung, jede Neuansiedelung, die sich unter den heutigen Verhältnissen unternehmen lässt, soll dort durchgeführt werden, und zwar auf folgenden Wegen. 6. 3, Das jüdische Ansiedelungswerk im Orient soll nicht ausschliesslich landwirtschaftlicher, sondern auch städtischer und industrieller Natur sein. Wir verfolgen nicht nur den Zweck, die Juden wieder zu einem ackerbautreibenden Volk zu machen, sondern auch den all-

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