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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 196

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 196 (sequence 26)
Language
German
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— 196 — Auf dem Kongress hat die Massenkolonisation in Ostafrika unter dem Einflüsse der Führer noch eine gewisse Majorität erzielt. Das offizielle Organ des Zionismus gibt es selbst zu, dass dies nur unter Hochdruck erfolgt ist, dass die Leitung dem Kongress ihren Willen aufgedrängt hat. Nach dem Kongress. aber und innerhalb der ganzen Partei hat dann sofort die langsame Kolonisation in Palästina in offenkundigster Weise die Majorität erlangt. Die gelesensten russischjüdischen Organe, der „Fraind", der „Hazofe", der „Woschod",. haben mit aller Energie für dieses Programm, das das unserige ist, Partei ergriffen. Aber es gibt noch einen überzeugenderen Ausdruck des Volkswillen.s als Zeitungsartikel. Das sind die Ziffern. Die Spendenausweise in der „Welt", über deren Langweiligkeit man sich öfters beklagt, sind. manchmal doch ganz interessant. Trotzdem man sich auf dem Kongress mit aller Macht für die Expedition nach Ostafrika eingesetzt hat, flössen die. Spenden für dieselben — nach den wenigen ersten namhafteren Gaben — äusserst spärlich ein, während die Beiträge für den .Nationalfonds plötzlich in charakteristischer Weise gewaltig anschwollen. Das ist die stumme, .aber beredteste Antwort des jüdischen Volkes auf die Frage: Palästina oder Ostafrika? 3. - Das Volk will Palästina. Und es will Palästina auf dem Wege der Kolonisation erreichen. Wir haben gesehen, dass von den zwei Strömlingen, die miteinander im Kampfe lagen, dem verlockenden, aber irrealen Plane des rein-politischen Zionismus und dem gesunden, reellen Instinkt der Nation — der letztere wieder die Oberhand zu gewinnen beginnt; Das Volk will Palästina und langsame Kolonisation — und es hat recht.' ' Wir haben es direkt und indirekt bewiesen. Es ist auch mehr als wahrscheinlich, dass die ostafrikanische Expedition, wenn sie überhaupt abgeht, mit einem' ungünstigen Bescheide' zurückkommen wird. Trotzdem aber besteht heute eine grosse Gefahr für das Palästinawerk. Eine :einzige günstige Phrase, die in dem Bericht enthalten sein kann, vermag zu einem Unglück für das jüdische Volk zu werden. Jene; Massensuggestion, deren Macht wir kennen gelernt haben, kann für eine Reihe von Jahren den Gedanken von Palästina abwenden, die! langsame Kolonisation wieder hemmen, wie es die Charter-Idee getan hat, kann das ganze mühselige Palästinawerk' zerstören. Denn ob es* eine zweite Periode * künstlicher Unterbindung, ' einer Unterbindung von jüdischer Seite,; aushalten wird, ist äusserst zweifelhaft. Allerdings munkelt man bereits, und zwar von bestühterrichteter Seite, dass das " ostafrikanische Projekt definitiv

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