Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Das jüdische Kolonisations-Programm
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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— 195 — es tritt aus allem Gesagten klar bis zur Evidenz hervor, dass der •einzig richtige Punkt für ein zukunftsreiches jüdisches Kolonisationszentrum Palästina ist, dass das einzig angezeigte Gebiet für eine sofortige Rettungskolonisation der Länderkreis um Palästina herum ist, tmd dass der einzig richtige Weg der der ununterbrochenen, allmählichen Erwerbung und Besiedelung dieser Landstriche ist. 2. Es ist eine eigentümliche und für uns äusserst erfreuliche Erscheinung, dass diese Ansicht innerhalb der zionistischen Partei selbst sich heute bereits die Bahn gebrochen hat. Mit unaufhaltsamer, siegreicher Kraft ist die Idee der ununterbrochenen Kolonisation in Palästina, nachdem sie eine Zeit lang zurückgedrängt worden war, in den letzten Jahren wieder hervorgetreten. Nicht nur theoretisch, auch praktisch haben die Zionisten das Programm der langsamen Kolonisation wieder aufgenommen. In Russland haben die politischen Zionisten nie aufgehört, Mitglieder des Odessaer Kolonisationsvereins zu sein. Neuerdings aber haben die Stützen des politischen Zionismus in Russland eine neue grosse Kolonisationsgesellschaft gegründet, die „Geulah", welche in kurzer Zeit gegen 100000 Rubel aufgebracht hat. Während in Basel das ostafrikanische Projekt angenommen wurde, weilte einer ■der eifrigsten Vorkämpfer des Zionismus, Ussischkin, in Palästina, um dort Terrainankauf und allmähliche Kolonisation wieder zu inaugurieren. Auch aus den Brotlosen von Kischenew wollen politische Zionisten zwei Kolonien in Palästina bilden. Diesen Leuten ist eben die Idee der Kolonisation in Palästina so ins Blut übergegangen, dass sie trotz aller Charter- und Afrikaprogramme von ihr nicht lassen können. Gehen wir weiter. Hier in Deutschland hat ein ausgesprochener politischer Zionist, Dr. Franz Oppenheim er, die jüdische Orientkolonisationsgesellschaft mit begründet, und Herr Prolessor Warburg, ein Freund des politischen Zionismus, aber ein altes Esra-Mitglied, hat das grosse Verdienst, die Kolonisation in einem der türkischen Nebenländer Palästinas, Anatolien, als Erster ebenso opfermutig wie erfolgreich inauguriert zu haben. Ja, mehr als das: der offizielle Zionismus hat durch Kongressbeschlüsse sich unserem Programm angeschlossen. Schon auf dem Minsker Kongress wurde es im Prinzip entschieden, dass der Nationalfonds für sofortigen Terrainankauf und Kolonisation in Palästina zu verwenden sei, und auf dem letzten Baseler Kongress wurden die Anträge der Nationalfonds-Kommission angenommen, laut deren die Hälfte des Fonds zum Landankauf in Palästina und den Nachbarländern auf »Grund eines Dreiviertel-Majoritätsbeschlusses sofort verwendet werden kann. 6*