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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 188

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 188 (sequence 18)
Language
German
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— 188 — Jedoch auch, wenn es diese Verkehrs- und Absatzschwierigkeiten nicht gäbe, würde der Betrieb von tropischen Pflanzungen — der einzigen Kulturart, die hier möglich ist — auf ein fast unüberwindliches Hindernis stossen. Selbst in dem Gebirgsgebiete nämlich vermögen Europäer auf den sonnenbeschienenen Ebenen nicht selbst zu arbeiten, sondern - höchstens mit einem Tropenhelm auf dem Kopfe die Arbeit von Eingeborenen zu überwachen. Wir wollen ja einen Platz an der Sonne haben, das ist wahr; aber so stark braucht die Sonne nicht zu sein. Der Genauigkeit halber sei testgestellt, class die Luft auf dem Hochplateau keinen allzuhohen Temperaturgrad erreicht; nur die Stärke der Insolation auf diesem Aequatorialstrich ist für den Europäer unerträglich. Hierzu tritt jedoch eine Reihe anderer Bedingungen, die dem Einwanderer die persönliche, manuelle Betätigung ausserordentlich erschweren. Er kann sich den äquatorialen Lebensgewohnheiten nicht anpassen. Daher kommt es, dass z. B. zu den Waldrodungen weder in Britishnoch in Deutsch-Ostafrika Einwanderer benutzt werden konnten. Man ist in Allem auf die Einheimischen angewiesen. Nun ist die einheimische Bevölkerung dünn gesäet und selbst so arbeitsfaul, dass sie trotz aller Anstrengungen zu keiner geordneten Arbeit gebracht werden kann. Ueberdies hält man noch gar nicht so weit, sie als Plantagenarbeiter zu engagieren. Sie nehmen zum grossen Teile noch eine feindliche Stellung ein, und es finden noch fortwährend militärische Unternehmungen gegen die Stämme der Somali, Massai, Lumbwa und Nandi statt. Eine Ansiedelung, welche numerisch nicht besonders stark und militärisch nicht beschützt ist, wird von den Eingeborenen sofort überfallen. Das Land steht noch heute, nach Jahrzehnten, zu grossem Teile unter rein militärischer Herrschaft, und neue Ansiedelungen könnten nur unter dem Schutze englischer Truppen stattfinden. 6. So ist das Land beschaffen, welches Hr. Chamberlain aus freien Stücken den Juden angeboten hat, als man ihn um EbArish ersuchte. Dass er uns gerade dieses Gebiet wiederholt und recht eindringlich vorschlug, vermindert etwas unsere Ueberraschung. So dankbar wir auch dem Vorkämpfer des englischen Imperialismus für seinen grossmütigen Vorschlag sein müssen, so können wir uns doch dem Einö O ' druck nicht verschliessen, dass seine Politik hier bei näherer Erwägung viel weniger inkonsequent erscheint, als auf den ersten Blick. Wir haben uns überzeugt, dass die Ansiedelungsfähigkeit Ostafrikas überhaupt eine sehr zweifelhafte ist, und dass dort im besten Falle nur grosse kapitalkräftige Pflanzer oder Pflanzergeseilscharten

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