Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Das jüdische Kolonisations-Programm
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379796-2380883--00682-2381011- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 185 — scheinlich machen. Aul dem Basler Kongress hat man bekanntlich, über den Plan ohne jegliche Informationsgrundlage debattiert. Heute sind uns bereits aus den verschiedensten Quellen ziemlich instruktive Nachrichten über Britisch-Ostafrika und Uganda zugeflossen. Man kann diese Informationen in zwei Hauptgruppen teilen. Die einen beschränken sich darauf, die märchenhafte Schönheit des Landes zu beschreiben. Sie schildern seine üppige Vegetation, die durch rosafarbene Flamingos, Silberreiher und Blaukraniche belebt wird. Die anderen versuchen es zu erklären, warum diese Gegenden trotz ihres landschaftlichen Zaubers und der stärksten "Werbetätigkeit des englischen Kolonialamtes bis jetzt keine Ansiedler anlocken konnten. Es ist selbstverständlich, dass die Informationen letzterer Art hauptsächlich für uns in Betracht kommen. "Wenn wir alles zusammenfassen, was in den Veröffentlichungen des Foreign Office, in den Berichten des jetzigen Gouverneurs von Uganda, Eliot, des Residenten von Mombassa, Young, in dem Werke o ' ' o ' Sir Harry Johnstons „The Uganda protectorate" sowie in seinen neuesten Enunziationen, in den Abhandlungen englischer Forscher im „ Geographical Journal", in den informativen Aufsätzen von Dr. Price und von Arnold White, in dem grossen deutschen Reisewerke von Dr. Max Schöller, „Aequatorial-Ostafrika und Uganda", endlich in den mündlichen Mitteilungen der in Berlin lebenden Kenner Ostafrikas an Tatsachen vorgebracht wird, so erhalten wir folgendes Bild. 4. Ostafrika ist ein tropisches Land. Die niedriger gelegenen Gebiete desselben sind für Europäer so gut wie unbewohnbar. Aber es enthält ein Hochplateau von etwa 12 000 englischen Ouadratmeilen, dessen Klima erträglicher ist. Auf die Exploitierung dieses Gebietes hatten die englische Regierung und die Britisch-Ostafrika-Compagnie ihre Hoffnungen gesetzt. Sie schlugen aber vollständig fehl, und seit 20 Jahren ist Ostafrika das Schmerzenskind des englischen Kolonialamtes, Warum erfüllten sich die Erwartungen nichf? Hauptsächlich aus folgenden Gründen. Trotz eifrigsten Nachsuchens fand man keine Gold- oder Diamantenminen. Was den Boden anbelangt, so bringt er allerdings eine reiche Vegetation hervor, doch ist seine chemische Zusammensetzung eine so eigene, dass gerade die Nutzgewächse nicht gedeihen wollen, und zwar weder die europäischen, wie Kornfrüchte, noch die tropischen. Es gibt nur gewisse Spezialartikel, die dort angebaut werden können: Gummibäume, Kaffeesträucher, Baumwolle und mit besonderem Erfolge — Kartoffeln. Das vielgerühmte afrikanische Paradies ist ein Kartoffelparadies.