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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 182

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 182 (sequence 12)
Language
German
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— 182 — die Gründe einer politischen Ueberzeugung, die wir respektieren, aber nicht teilen können. Vergessen wir eines nicht: völlig leer ist weder Palästina noch Ostafrika. Selbst wenn wir eine politische Konzession erreichen würden, so wären wir damit noch keineswegs die wirtschaftlichen, faktischen Herren des Landes geworden. Der lange Kampf, welcher zur Eroberung der entscheidenden wirtschaftlichen Positionen nötig ist, wird uns nie erspart bleiben, nur dass die Landesbevölkerung sich viel heftiger wehren und uns viel grössere Ungelegenheiten bereiten wird, wenn wir mit einem Charter in der Hand eindringen. 2. Nur diese Voraussetzung jedoch, dass der Weg der Autonomie und der Massenkolonisation das einzig Richtige sei, hat den politischen Zionismus veranlasst, sein Augenmerk dem ostafrikanischen Projekte zuzuwenden. Dies hat sich unter anderem auch bei der Erledigung des El-Arish-Planes gezeigt. Man hat diesen Plan trotz der politischen Konzessionen der englischen Regierung fallen lassen, weil nach dem Berichte der Kommission das eigentliche El-Arish-Gebiet ohne die pelusinische Ebene nur eine beschränkte Bevölkerungszahl fassen könnte, weil die Bewässerung der pelusinischen Ebene auf unüberwindliche Schwierigkeiten stösst, und die von El-Arish grosse Kosten verursachen würde, wenn das ganze Gebiet mit einem Schlage urbar gemacht werden sollte. Es scheint aber sehr wohl möglich zu sein, eine Kolonisation in kleinerem Massstabe in El-Arish zu beginnen und das nötige Wasser mit geringen Kosten durch Brunnengraben zu beschaffen. Wenn also das El-Arish-Projekt aufgegeben wurde, so geschah es nur mit Rücksicht auf die Undurchführbarkeit der sofortigen Massenkolonisation, die doch aber nicht nur hier, sondern überall ein Ding der Unmöglichkeit ist. Untersuchen wir einmal, welche Aussichten eine derartige Kolonisation anderswo und speziell in Ostafrika hätte. Es gibt zunächst eine Hauptrücksicht, deren Gültigkeit von den Aussichten des ostafrikanischen Planes ganz unabhängig ist: ich bin gegen Ostafrika — einfach, weil ich für Palästina bin. Weil ich überzeugt bin, dass wir keinen Grund haben, das Palästinawerk zm unterbrechen und ein anderes zu beginnen — weil ich ferner überzeugt bin, dass wir zwei Heimstätten, eine in Ostafrika und eine in Palästina, weder gleichzeitig noch nacheinander gründen können — aus wart: schaftlichen und aus moralischen Rücksichten. Ein Volk soll nicht zwei Vaterländer haben, es soll keine politische Bigamie treiben. Die armen, unstäten, hin und her-

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