Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Das jüdische Kolonisations-Programm
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 180 — fördert haben wird, „werden die Hafen-, die Kaianlagen entstehen, die unser verehrter Präsident zukunftahnend erschaut hat".*) 7. Und obwohl Dr. Oppenheimer sich für kein politisches Kolonialprogramm, weder für Palästina noch für Ostafrika offen ausspricht, muss er es dennoch vom rein kolonialtechnischen Standpunkt hervorheben, dass die Besiedelung Palästinas viel aussichtsreicher sei als die irgend eines anderen Landstriches, weil „die Zuweisung der herrlichsten Ackerbreiten in Kanada oder Argentinien nicht imstande , sein würde, die Kräfte Ahasvers so anzuspannen, wie die Ansiedelung in einer ärmsten Steppe, durch die der Jordan fliesst und auf die der Libanon herabschaut." Es ist, nach seiner Ansicht, die' wir vollkommen teilen, die heilige Aufgabe der Führer der jüdischen Kolonisationsbewebung, alle Vorkehrungen zu treffen, damit die Seelenkräfte des jüdischen Volkes den rechten Angriffspunkt finden, um nutzbare Kraft leisten zu können. Die "Wichtigkeit dieses Momentes kann nicht nachdrücklich genug betont werden. Es ist auf dem Basler Kongress von einem Anhänger des ostafrikanischen Projektes den russischen Palästinafreunden vorgeworfen worden, dass sie sich nur vom Gefühle, von idealen Motiven leiten.lassen, während in der Kolonisationsfrage Vernunft und praktische Rücksichten entscheiden sollen. Ich will es -hier nicht weiter ausführen, dass wir Palästinafreunde das ideale Motiv als solches durchaus nicht als quantite negligeable betrachten, dass wir es, der Weltanschauung des Judentums entsprechend, tatsächlich höher stellen als materielle Rücksichten, dass wir gerne auf grosse Vorteile verzichten würden,# um das zweitausendjährige Ideal unseres Volkes zu verwirklichen. Aber das will ich hier nochmals betonen, dass das Gefühl, das ideale,. Motiv, die Hinleitung der Kolonisation nach Palästina, gerade vom praktischen Standpunkte, als rein wirtschaftlicher - Faktor sehr in Betracht kommt. Die Natur selbst hat es eben so eingerichtet, dass die grossen idealen Gefühle der Individuen und Nationen zugleich die festeste Grundlage des sozialen und wirtschaftlichen Baues bilden. Nur mit ihrer Hilfe kann auf dem *) Noch klarer hob Dr. Oppenheimer seinen Standpunkt in seinem späteren, zu Wien gehaltenen Vortrage „Die Ansiedlung eines Volkes" hervor. Hier sagt er: „Was ich also empfehle, das klingt sehr stark nach gewissen Bestrebungen, denen der Zionismus im. allgemeinen feindlich gegenübersteht. Was ich empfehle, ist für den Anfang mindestens das, was man in unseren Kreisen mit Verachtung ,und Spott als Kleinkolonisation von sich weist." — Auch Prof. Warburg tritt im Organ der 2ionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas für landwirtschaftliche Versuchsstationen im Gegensatz zur Grosskolonisation ein.?