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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 176

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Das jüdische Kolonisations-Programm
Date
1903-01-01
Page
Seite 176 (sequence 6)
Language
German
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— 176 — Resultate erreicht. Endlich macht es der blühende Zustand der deutschen Kolonien in Palästina ganz zweifellos, dass auch die Juden, wenn sie sich einmal an den Ackerbau gewöhnen und rationell wirtschaften werden, auf dem Wege der Kleinkolonisation zu wirklichen Erfolgen gelangen können und müssen. Mit Recht bemerkt daher Dr. Friedemann: „Auch die J. C. A. wird sich dem Eindruck dieses Erfolges nicht entziehen können und weiter kolonisieren müssen, nun man ihr den Nachweis geliefert hat, dass die Kolonisation wohl fortzuführen ist. Welche Gründe will sie heute noch für ihr ,Nein' anführen?" Ich hätte diesen Worten nur noch eines hinzuzufügen: und welche Gründe will die Partei des Dr. Friedemann, der politische Zionismus, heute noch, nach diesen Erfolgen, für sein „Nein" anführen? 4. Sind auch die Berichte der J. C. A. und einzelner Beobachter nicht so massgebend wie die Forschungen einer Kolonisationskommission, deren Mangel wir so empfindlich fühlen, so schienen mir die angeführten Tatsachen doch ausreichend, um auf dem VI. Zionistenkongress das Aufgeben der langsamen Kolonisation und den Verzicht auf Palästina vom volkswirtschaftlich-kolonialtechnischen Standpunkt als unbegründet zu bezeichnen und für die energische Fortsetzung des Palästinawerkes zu plädieren. . Und gleichzeitig habe ich dort schon darauf hingewiesen, dass auch vom politischen Standpunkt, von dem der letzten Ziele der Besiedelungstätigkeit, kein stichhaltiger Grund zum Verzicht auf Palästina vorliegt, dass das System des allmählichen Vorrückens auch aus diesem Gesichtspunkte als das zweckmässigste bezeichnet werden muss. Stellen wir uns für einen Augenblick auf diesen Standpunkt, der zwar nicht der der Kolonisationsvereine ist, aber gerade für diejenige Partei, welche sich heute von Palästina abwenden zu müssen glaubt, entscheidende Bedeutung hat. Die politischen Aussichten sind, insoweit die Zukunft in Betracht kommt, ungeachtet der momentanen Schwierigkeiten in der alten Heimat der Juden besser als anderwärts. Ein Geschichtsschreiber der Juden, Heman, hat darauf hingewiesen, dass die Juden stets dort am leichtesten Fuss gefasst haben und zur höchsten Blüte gelangt sind, wo Staatenbildungen in Umgestaltung begriffen waren. Diesmal sind wir an dem grossen historischen Augenblick angelangt, wo sich uns in unserer alten Heimat diese günstige Chance eröffnet, als ganzes Volk Boden fassen zu können um ihn nie wieder aufzugeben, und so unserem jahrtausendelangen politischen Kreislauf ein Ende zu machen.

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