Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Aus Kleinasien und Syrien
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379796-2380882--00660-2380990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 164. — mometer im Winter unter 5 0 oder steigt im Sommer über 28 0 C, und diese thermische Begünstigung bewirkt, dass Gemüse und Früchte auf Rhodos 2 bis 3 "Wochen früher als an irgend einem Punkte der weiteren Umgebung reifen. Als äusseres Charakterzeichen einer unter mildem Himmel gedeihenden Vegetation grüssen schon von weitem den sich dem Hafen von Rhodos nähernden Fremden die auf schwankem Stamme sich wiegenden Wipfel der Dattelpalmen, die aus den Trümmern der alten, gewaltigen Johanniterfeste aufspriessen. Die fruchtbare Insel war im Altertum wie auch noch im Mittelalter dicht besiedelt und zählte gegen 200 000 Einwohner; diese Zahl ist in der Gegenwart auf 30 000 ziisammengeschrumpft. Nach einer englischen Schätzung (Cons. Rep. 1889) leben auf Rhodos 20 000 Griechen, 7000 Türken, 2500 Juden und 500 Europäer. Das flache Land wird von Griechen in 44 Ortschaften, die Stadt Rhodos dagegen von den Türken und Juden in getrennten Vierteln bewohnt. Die letzteren sind Spaniolen, sie haben den ganzen Handelsverkehr von Rhodos in den Händen, leisten aber auch schwere Arbeit und sind geschickte Handwerker. Die griechische Bevölkerung widmet sich fast durchweg dem Ackerbau, wobei der Kleinbesitz auf der Insel vorherrscht, dagegen sind nur wenige grössere Güter reicher türkischer Herren vorhanden. Den rechtlichen Verhältnissen nach sind etwa 1j20 Mülk-, 12/20 Mirih- und Y20 Wakufland. Von Cerealien wird hauptsächlich Gerste angebaut, von der jährlich im Mittel 50—60 000 Kileh geerntet werden; dieser Ertrag genügt dem örtlichen Verbrauch, da aber die rhodisische Gerste qualitativ sehr schön, ausfällt, so wird ein Teil der Ernte nach Smyrna exportiert, und zum Ersatz dafür müssen jährlich 8—10 000 Kileh vom anatolischen Festlande eingeführt werden. Weitere wichtige Feldkulturen sind der "Anbau der Sesampflanze und der Zwiebel, welche beide in namhaften Mengen exportiert werden. Neuerdings werden vielfach Frühkartoffeln mit grossem Erfolge gebaut. Grosse Flächen des Landes sind mit Obstbaumpflanzungen bedeckt, deren Ertrag meist zur Ausfuhr nach Aegypten gelangt. ■ Die Produktion der Agrumen ergibt im Mittel: Preis für das Tausend ■ Zitronen ........ . 1 200 000 50— 90 Piaster Orangen . . ..... . .. . 2000000 40— 60 „ Mandarinen.... , . . . . 1000 000 80—120 „ <. Von Aprikosen werden jährlich 4—500 000 Oka geerntet, auch die Olivenpflarizungen geben gute Erträge, aus denen durchschnittlich 1 2O0.iQO0 Oka Oel; gewonnen, wird,» das nach" der Türkei und Frankreich zxir Verschiffung gelangt. . Die in neuerer Zeit erheblich ver-