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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Aus Kleinasien und Syrien
Date
1903-01-01
Page
Seite 165 (sequence 6)
Language
German
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— 165 — mehrten Anpflanzungen des Maulbeerbaumes bieten die Grundlage für die Aufzucht der Seidenraupe, die 1901 14 244 kg frische Cocons nach Marseille und Beirut lieferte. Wie auf den anderen Inseln des Archipels werden auch auf Rhodos Feigenbäume in ausgedehntem Masse kultiviert und die getrockneten Früchte exportiert. Rhodos war einst eine waldreiche Insel, noch vor 20 Jahren bedeckten Waldbestände von Kiefern, Fichten und Cypressen eine Fläche von 300 qkm, der heute nur noch ein bestocktes Areal von 60 qkm gegenübersteht. Die erste Lücke riss der aufblühende Schiffsbau, den schwersten Schaden aber fügte den Waldungen die von den Landleuten in rücksichtsloser Weise betriebene Gewinnung der Kiefernrinde zu, die zwar offiziell verboten ist, im Geheimen aber um so schwunghafter betrieben wird. Diese arge Waldverwüstung steht im engsten Zusammenhange mit der Entwicklung, die die Gerberei auf den grösseren Inseln, auf Mytilene, Chios, Samos und Rhodos selbst, genommen und zu einem starken Verbrauch von Gerberrinde getührt hat. Dem gleichen Zweck dienen die Valonea, die Früchte der Knoppereiche, deren Ertrag aber im Rückgange ist, seitdem die Bestände durch einen vom Festlande auf die Insel übertragenen Parasiten befallen worden sind. Wie Chios den Mastixbaum, so besitzt Rhodos als Eigentümlichkeit den : Storaxbaum [Liquidambar orientalis], der das aromatische Storaxharz liefert. Die Bäume erreichen die Grösse einer Eiche und wachsen, da sie feuchten Boden bevorzugen, gewöhnlich längs der Wasserläufe. Das Harz wird durch Einschnitte in den Stamm oder durch heisses Pressen der Rinde gewonnen, dabei ist das Schälen der Bäume nicht so verhängnisvoll als bei der Kiefer, da eine Regeneration der Rinde innerhalb Jahresfrist einzutreten pflegt. Die Ausfuhr von Stor&x im Werte von 200 000 Fr. (1902) geht nach Europa und Indien, wo es bei religiösen Zeremonien Verwendung findet. •Einen sehr wichtigen Erwerbszweig der Küstenbevölkerung bildet die Schwammfischerei, obwohl Rhodos an derselben nicht so stark wie die Inseln Symi, Kalymnos und Halki beteiligt ist. Während die Schwammfischerei früher nur in den Sommermonaten betrieben wurde, wird sie seit 12 Jahren nun auch während des Winters geübt; da aber die kleinen Boote in der rauhen Jahreszeit nicht die offene See halten können, so muss die Fangmethode auf geschützte Buchten und Strecken unter Land beschränkt werden. Die wichtigsten Artikel der Ausfuhr waren in den Jahren 1898 und 1899:

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