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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Einiges über Bienenzucht
Date
1903-01-01
Page
Seite 149 (sequence 4)
Language
German
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— 149 — Den "Waben kann durch Ausschleudern der Honig entnommen werden, ohne diese einschmelzen und den Bau zerstören zu müssen. Die Völker, die beim Stabilbau grösstenteils abgeschwefelt wurden, bleiben erhalten, schwachen Stöcken kann durch Einhängen von Brutwaben aufgeholfen, durch Entnehmen der einzelnen Waben Einblick in den Stand des Stockes geschaffen werden, um überall helfend eingreifen zu können. Ueber das Geschlecht der Bienen waren früher gleichfalls die irrigsten Ansichten verbreitet. Jeder Anfänger in der Bienenzucht weiss heute, dass die Königin, die früher für ein Männchen gehalten wurde, die Eier legt, aus -denen die Bienen im Stocke entstehen. Jeder, dem Insekten einigermassen bekannt sind, weiss, dass bei den Bienen und ihnen verwandten Wespen, Hornissen, Hummeln etc. die Weibchen mit einem Stachel versehen sind, der den männlichen Individuen fehlt. Hieran kann jeder erkennen, was im Bienenstocke männlich und was weiblich ist. Die Drohnen, die keinen Stachel haben, sind männlich, die Königin und die Arbeitsbienen sind weiblich, da sie mit einem. Stachel versehen sind. Die männlichen Bienen, Drohnen geheissen, sind grösser und stärker als die gewöhnlichen Arbeitsbienen. Sie werden in den sogenannten Drohnenzellen erbrütet, die grösser und tiefer sind als die für Arbeitsbienen erforderlichen. Die Königin, also eine Biene weiblichen Geschlechts, wird in einer sogenannten Weiselzelle, einer erweiterten, lang herabhängenden Zelle der Arbeitsbienen herangezogen und erlangt ihre Grösse und Ausbildung durch reichlichere und kräftigere Nahrung. Nur sie ist, im •Gegensatze zu den. Arbeitsbienen, ein vollkommen ausgebildetes, fortpflanzungsfähiges Weibchen, das Königin, Weisel oder Mutter genannt wird. Die sogenannten Arbeitsbienen sind geschlechtlich unvollkommen entwickelte Weibchen, die unfähig sind, ihr Geschlecht fortzupflanzen. Wenngleich nun das Geschlecht der Bienen ein nur zweifaches ist, so haben wir es doch zur Zeit der gr.össten Entwickelung im Stocke mit drei durch Gestalt und sonstige Bestimmung verschiedenen Bienen zu tun, nämlich vollkommenes Weibchen, Königin, unvollkommenes Weibchen, Arbeitsbiene, und Männchen oder Drohne. Die vorzüglichste Biene ist die Königin, von der das Gedeihen und die Entwickelung des Stockes hauptsächlich abhängt. Durch die Befruchtung erlangt sie die wunderbare Fähigkeit, ganz dem Bedürfnisse des Stockes entsprechend in die grossen Drohnenzellen männliche Eier abzusetzen, in die kleineren Zellen weibliche, die zu legenden Eier also den zu bestiftenden Zellen anzupassen, d. h. das Geschlecht der Eier willkürlich zu bestimmen. Eine einmal befruchtete Königin bleibt dies für ihr ganzes Leben, das durchschnittlich von vierjähriger Dauer ist. Das Eierlegen beginnt in der Regel schon im Februar und dauert bis in den September. Eine Königin vermag, wenn sie besonders fruchtbar ist, über 1 Million Eier in ihrem Leben abzusetzen. Die Arbeitsbienen bilden die bei weitem grösste Zahl der Bienen in einem Stocke, so genannt, weil sie alle Arbeiten verrichten. Sie holen die Materialien zum Bau und zur Nahrung herbei, reinigen den Stock, bauen die Zellen, wärmen und füttern die Brut, bewachen und verteidigen den Stock. Jeder hat Gelegenheit, sie im Stocke, bei freundlichem Wetter auf den Blumen

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