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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Einiges über Bienenzucht
Date
1903-01-01
Page
Seite 150 (sequence 5)
Language
German
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— 150 - zu sehen und in ihrer unermüdlichen Tätigkeit zu betrachten. Man kann die Bienen eines Stockes in zwei Abteilungen bringen, in junge oder Brutbienen, die die inneren Geschäfte, vorzugsweise die Pflege der Brut, besorgen, und in die alten Bienen, Trag- oder Trachtbienen, die die erforderlichen Materialien und Nahrung, Blütenstaub (Pollen genannt) und Honig von aussen herbeischaffen. Hat die junge Biene die Zelle verlassen, was,?om Ei an gerechnet, nach ca. 20—21 Tagen der Fall ist, so fliegt sie nicht sogleich aus. Es vergehen auch im wärmsten Sommer meist mehrere Tage, bevor sie vor dem Stocke erscheint. Die Lebensdauer der Arbeitsbienen ist abgesehen von dem winterlichen Ruhezustande ca. sechs Wochen, selten zwei Monate. Sie hängt wesentlich von der Zeit ab, in der sie ihre Tätigkeit vollziehen, ebenso auch von dem BeÜiegen des Arbeitsfeldes. Die im September erbrüteten, da die sich im Winter fast ganz der Ruhe hingeben können, sind im Februar und März noch ganz jugendlich und kräftig. Was die Zahl der in einem Stocke befindlichen Arbeitsbienen anlangt, so ist diese sowohl nach Verschiedenheit der Stöcke, als der Jahreszeit verschieden. Gegen Ausgang des Winters resp. beim Beginn des Frühjahres besteht ein schwaches Volk nur aus mehreren Hunderten, ein starkes im Sommer aber, zur Zeit der grössten Entwickelung, aus etwa 60 000. Im Durchschnitt kann man 20 000 einen starken, 12—15 000 einen mittelmässigen, 6—8000 einen schwachen Stock nennen. Die männlichen Bienen, die Drohnen, sind die drilte Art der im Stocke vorkommenden. Sie haben die einzige Bestimmung, die jungen Königinnen zu befruchten. Sie werden, sobald die junge Königin glücklich fruchtbar geworden ist und die Brut anzusetzen begonnen hat, etwa Ende August, von den Arbeitsbienen aus dem Stocke vertrieben (sogenannte Drohnenschlacht) und gehen zugrunde. Das Gebäude, womit die Bienen ihre Wohnung immer mehr ausfüllen, besteht aus mehreren Tafeln, uugefähr 25 mm stark, die oben an der Decke befestigt sind und je nach Bedürfnis und Raum des Stockes nach unten weiter ausgebaut werden. Diese Wachstafeln bestehen aus einer doppelten Schicht regelmässiger sechseckiger Zellen, die durch sehr dünne Wachswände von einander getrennt sind. Diese Scheidewand bildet den gemeinschaftlichen Boden der Zellen. Diese Wachstafeln, Waben genannt, haben ausser der aligemeinen Bestimmung, den Bienen einen gewissen Sitz und Schutz gegen Kälte zu geben, den doppelten Zweck, die Brut darin zu erziehen und die nötigen Vorräte an Honig und Blumenmehl aufzuspeichern. So ist im Bienenstocke alles weislich geordnet, nichts Ueberflüssiges ist vorhanden und wird geduldet, um dem Ganzen eine gedeihliche, zum Wohle aller erspriessliche Förderung zu geben. Im Vorstehenden ist die wunderbare Natur der Bienen kaum in den allgemeinsten Umrissen gegeben. Genauer kann man sich mit ihren wunderbaren Trieben und Fähigkeiten nur im Umgange mit ihnen, bei ihrer Behandlung oder in der Praxis bekannt machen. Es ist eingangs bereits auf die hohe Rentabilität der Bienenzucht hingewiesen worden. Bestimmte Ziffern zu geben, ist gerade bei dieser Zucht

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