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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Abrahamś Weinberg bei Jerusalem
Date
1903-01-01
Page
Seite 140 (sequence 6)
Language
German
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— 140 — „Wir standen im Torweg, während der Direktor jeden Mann bei Namen aufrief. Es wurde jedem 1 Franc gegeben (die Spende •eines Freundes;, und jeder nahm es mit ruhiger Würde in Empfang, in einfacher, offener Weise die Fragen beantwortend, die an ihn g-e- 7 ~ O richtet wurden. Es waren kaum drei Männer über 55 Jahre und Knaben überhaupt nicht. Der jüngste war ein taubstummer Bursche, •der trotz seines Gebrechens gut arbeitete, er war der einzige unverheiratete Mann. Dem Aeusseren nach glichen die Leute unserer Aufseher-Klasse, und schienen dem Durchschnitt der britischen Arbeiterklasse durchaus überlegen. Sie waren aus verschiedenen Ländern, •durch die gemeinsame Not miteinander verbunden — ruhige, traurige Gesichter! nicht ein Bettler oder Murrender unter ihnen. Der eine war gerade von seines Kindes Begräbnis zurückgekehrt, aber er sah nicht unglücklicher aus als die anderen, es waren Leute von guter pfrvsischer Beschaffenheit. Die meisten von ihnen lebten in der „Box- Kolonie", ungefähr eine halbe Meile vom Weinberg entfernt, wir besuchten jene Kolonie, die aus einer Strasse von Häusern besteht, die aus Zinnstücken, Holz, Teertüchern etc. hergerichtet waren und dicht aneinander lehnten, so dass für jedes Haus nur drei Wände nötig waren. „Abrahams Weingarten und seine Leiter sind eine Quelle gesunder Arbeit, und es würden gewiss die Mittel zur Unterstützung ebensowohl wie die eigenen Ausgaben herausgewirtschaftet werden können, wenn das Institut richtig fundiert würde. Die beschäftigten Juden sind derart, dass sie den Kern der palästinensischen Bevölkerung bilden sollten. Wir müssen solchen Leuten dazu verhelfen , dass sie fest im Lande wurzeln und zu einer dauernden Ansiedelung gelangen. Diesen Leuten zu helfen, ist das Rechte, sie werden es nicht lange nötig haben; solche. Leute, wie sie jetzt der Weinberg beschäftigt, müssen emporkommen/* Ein englischer Beamter schrieb ebenfalls (März 1894): „Ich denke, Abrahams Weingarten ist das nützlichste Institut, Juden zur Selbsthilfe zu verhelfen. Ich hoffe ernstlich, dass Ihre Mittel sich vergrössern mögen, so dass das Werk wachsen und gedeihen kann. Es ist eine schöne Tat und ist schon für viele zum Segen geworden." Auszüge aus einem Brief eines anderen Besuchers (4. Oktober 1894)7 Als wir uns dem Weinberg genähert hatten, sahen wir, wie die grossen Steine gebrochen und zu Bau- und Pflastersteinen verarbeitet wurden, und ich muss sagen, dass sie dort besser zugerichtet wurden, als ich es je anderswo gesehen habe. Wir sahen zu,

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