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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Abrahamś Weinberg bei Jerusalem
Date
1903-01-01
Page
Seite 139 (sequence 5)
Language
German
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der jüdische Arbeiter intellektuell überlegen und kann geschicktere Arbeit verrichten, zu der jener nicht befähigt ist. ,,Ihre Gesellschaft kann zu dem Besitz eines Ortes, wie Abrahams Weingarten, beglückwünscht werden. In Jerusalem gibt es kein zweites Institut, das so viel Arbeit vergeben kann. Es ist eine weit grössere Wohltat, einem Manne zur Selbsthilfe zu verhelfen, als ihn für einen Tag zu unterstützen und ihn die anderen sechs Tage darben zu lassen. Der Weinberg kann das erstere mit weniger Mitteln tun, als zu dem letzteren notwendig sind. „Heute morgen schleppten etwa' 10 arme Geschöpfe ihre abgezehrten Glieder nach dem Weinberg hinauf, um Arbeit zu erbitten. Die Not stand ihnen auf den Gesichtern geschrieben. Sie konnten hier ständige Hilfe und Beschäftigung erlangen. Die Armut ist einfach erschreckend. Gott segne Ihre Gesellschaft und ihre Gönner für eine solche Stätte wie Abrahams Weinberg. Es ist der Ort, woher das Heilmittel gegen die allgemeine Not ausgehen sollte. Ich empfehle Ihrem Komitee, Ihre Anstrengungen auf die dortige Arbeit zu konzentrieren und die dortigen Industrien so viel wie möglich zu vermehren und auszubauen.'1 Frühere Besucher schrieben wie folgt: ,,Der Weg vom Eingangstor von Abrahams Weinberg nach dem Hause ist ein fester, schöner, gut gehaltener Gartenpfad und bildet einen herzerfreuenden Kontrast zu dem Pfade bis dort hinauf. Das kleine hölzerne Tor scheint die Zivilisation vom Chaos zu trennen; draussen ist es unmöglich, die Augen vom Boden zu erheben, dem man beim Vorwärtskommen seine volle Aufmerksamkeit schenken muss, so viele Steine, Felsstücke und verdeckte Fallgruben finden sich dort, aber sobald man das Tor hinter sich geschlossen hat, hat man Herz und Sinne frei, um den herrlichen Fernblick zu gemessen. Dieser Pfad war des alten Herrn H. besonderes Werk, er führt gerade durch die Mitte des Weinberges zum Hause hinauf. Vor der Tür zum Empfangszimmer ist ein schöner kleiner Garten mit Beeten und Gängen, der in jedem Zoll Liebe zur Pflanzenwelt verrät. Ueberdem winzigen Gärtchen ist ein Weinspalier gezogen und ein Anschlag in arabischer Sprache enthält eine Warnung für Diebe. Jenseits des Gartens ist der Steinbruch, wo grosse Haufen von Bausteinen aufgeschichtet liegen, und wo Felssprengungen für weitere Steingewinnung vorgenommen werden. Eine Hütte in einer weiter abgelegenen Ecke bietet den Männern, die die rohen Steine zurichten, Schutz vor der Sonne, andere tragen die Steine in flachen Bahren von und nach der Hütte. Die Bahren sind Hausarbeit, weisen aber eine sehr schöne Form auf.

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