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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Der Baumwollbau in Ägypten
Date
1903-01-01
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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— 132 — Fayum nehmen die mit Baumwolle bestellten Flächen alljährlich zur und manches frühere Zuckerrohrfeld wird jetzt zu dieser Kultur benutzt. Die Wahl wertvollerer Varietäten und die stetig verbesserten Bewässerungsverhältnisse sind wohl in erster Linie als Gründe dieser Ausbreitung des Baumwollbaues zu nennen. Die in Oberägypten im Sommer extrem hohe Lufttrockenheit scheint die Baumwollpflanze: nicht zu schädigen. Noch weiter hinauf gen Süden, im anglo-ägyptischen Sudan, wird die Einführung der Baumwollkultur in grossem Massstabe geplant, und neue gewaltige Bewässerungsanlagen sollen dieselbe ermöglichen. Die natürlichen Wachstumsbedingungen sind, wie die ehemalige lieberführung der Mako-Baumwolle zeigt, einem Gedeihen der Pflanze günstig; wenn die Projekte, woran nicht zu zweifeln ist, in naher Zukunft ausgeführt werden, so wird vielleicht schon im Laufe des nächsten Jahrzehntes „sudanesische Baumwolle" als beachtenswertes Erzeugnis auf dem Weltmarkt erscheinen. Ueberhaupt macht sich neuerdings bei verschiedenen europäischen Kolonialmächten in zunehmendem Masse das Bestreben geltend, die Baumwollkultur in allen nur einigermassen geeigneten Ländern zur Einführung zu bringen. Die erste Anregung dazu ging wohl von dem deutschen „Kolonialwirtschaftlichen Komitee" in Berlin aus, dessen. Leiter eine Expedition von amerikanischen Baumwollpflanzern nach, Togo aussandten. Die nach dem Muster des Kolonialwirtschaftlichen Komitees,, allerdings nur zu einem Spezialzweck gegründete englische „Cotton Growing Association" versucht den Anbau der Baumwolle in den britischwestafrikanischen und -ostafrikanischen Besitzungen, sie unterstützt die diesbezüglichen Bestrebungen in Westindien und hat für die Zukunft wohl noch weiter ausgreifende Absichten. Auch die Franzosen und die Holländer interessieren sich lebhaft für eine Ausbreitung der Baumwollkultur in ihren Kolonien, und die Russen haben bekanntlich schon vor Jahren dieselbe in Turkestan in mustergültiger Weise zur Einführung gebracht. Es ist nun zwar nicht zu bezweifeln, dass manche der hier bezeichneten Länder sich als wenig geeignet zu einer gewinnbringenden Baumwollkultur erweisen werden, aber in anderen kann sie sich unter- Umständen zu ungeahnter Blüte entwickeln. Die Grenzen der Anbaumöglichkeit, d. h. der Rentabilität eines Baumwollanbaues, sind da zu ziehen, wo die mittlere Temperatur während der Vegetationsperiode (7—8 Monate) nicht die zum Reifen der Früchte erforderliche Höheerreicht; dieselbe muss ungefähr 20° C. oder mehr betragen. In Unterägypten liegt das Mittel der Lufttemperatur in der Zeit vom März bis.

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