Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Der Baumwollbau in Ägypten
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Samenkörnern eine abweichende Färbung, und nach gesonderter Aussaat dieser Körner erhielt er eine neue Spielart, welche sich vorteilhaft von der bis dahin zumeist angebauten Achmouni-Baumwolle unterschied. Diese Entdeckung ist also eigentlich mehr dem Zufall zu verdanken, denn eine feste Bezeichnung zwischen der Samenfarbe und der Ertragsmenge .bezw. Ertragsqualität ist bisher noch nicht gefunden worden, und jedenfalls war dem Entdecker nichts von einer solchen bekannt. In schon etwas mehr zielbewusster Weise ist die jüngste der ägyptischen Sorten, die Ivanowich, von .einem Griechen gleichen Namens gezüchtet worden. Dieser fand beim Besichtigen eines Baumwollfeldes einige ausnehmend reich tragende Pflanzen, deren Faser sich durch vorzügliche Qualität auszeichnete. Er nahm diöv Samen zu sich, säte sie sorgsam isoliert aus und erhielt aus denselben kräftige, ertragreiche Pflanzen. Durch Weiterzüchtung dieser neuen Varietät und Verkauf der Samen zur Aussaat gelangte Ivanowich allmählich zu einer gewissen W ohlhabenheit. Die ägyptische Baumwolle ist somit bis heute von künstlicher Hochzüchfung nahezu unberührt geblieben, sie ist noch gegenwärtig ein natürliches, in seiner Qualität von Menschenhand nur wenig verbessertes Erzeugnis des Nillandes. Die natürlichen Vegetationsbedingungen sind hier dem Gedeihen und der Fasererzeugung der Baumwollpflanze in hohem Grade günstig. Ueber das Klima und die Bodenbeschaffenheit Aegyptens habe ich bereits bei früherer Gelegenheit einiges mitgeteilt, und die dort für Unterägypten angeführten Daten gelten in vollem Masse für die Baumwollkültur. Von den verschiedenen Bodenarten wird der schwere, schwarze Alluvialboden vor allen anderen bevorzugt, da er an Güte und Menge die höchsten Ernten liefert. Der hohe, noch immer steigende Preis dieses Bodens (80—100 Lstr. und darüber für 1 Feddan 0,42 ha) gründet sich ausschliesslich auf die regelmässig in zweijähriger Fruchtfolge von demselben hervorgebrachten Baumwolierträge. Auf leichteren, sandigen. Bodenarten wächst zwar die Baumwollstaude auch befriedigend, aber die Ernte fällt stets geringer aus. Eine interessante Erscheinung ist die zunehmende Ausbreitung der Baumwollkultur nach Süden hin. Früher war die in Oberägypten in verschwindend geringer Menge erzeugte Baumwolle bei den Exporteuren wenig beliebt. „Unterägwpten für die Baumwolle, Oberägypten für das Zuckerrohr", dieser Grundsatz wurde als einmal bestehend angenommen und keine Aenderung darin versucht. In den letzten Jahren jedoch werden (allerdings mit wenig Erfolg) Zuckerrüben im Delta, und mit ausgezeichneten Ergebnissen wird Baumwolle im Süden angebaut. In den Provinzen Gizeh, Beni Suef, Minieh und