Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Palästina oder Autonomie
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 123 — — wie manche frühere — so auch diese Gelegenheit benuztt, seinen Aufsatz vom April 1894 nochmals zu reproduzieren. Die selbstständige Uebereinstimmung mit Birnbaum in einer der vornehmsten Fragen des ganzen Komplexes der allgemein-jüdischen Probleme wiegt mir reichlich die Gegnerschaft des gesamten patentiertzionistischen Nachwuchses auf, dem ich heute Gelegenheit geben wollte, nochmals auf die leider vergessenen Grundlagen zurückzugehen, auf denen sich der Zionismus und jede verständige jüdische Palästinatätigkeit aufbauen sollte. „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet."---Wenn der Zionismus sich dieses Wort zu eigen machen wollte, so hat er nur eine kleine Gefolgschaft aus den letzten Wirren heraus gerettet. Aber wenn es je wahr gewesen ist, dass nicht Macht und Zahl, sondern der Geist", nämlich Ideenfestigkeit, in die Zukunft hinüberreichen, so gilt es hier. Gegen feste Ueberzeugung und gegen die Erkenntnis gibt es keine Majoritäten und keine Autoritäten. — In diesem Sinne können wir über den Ausgang des heutigen Widerstreits wohl hinreichend beruhigt sein. Was uns beunruhigen muss, ist etwas anderes. Es sind die Jähre an Zeit und die Tausende von Menschen, die wir gewonnen glaubten; es ist die Strecke zurückgelegten Weges, um die unsere Sache in Gefahr , ist, wieder zurückgeworfen zu werden. Was also ist jetzt zu tun? Wir müssen uns verhalten wie eine Armee im Felde, die sich plötzlich von noch nicht klar erkennbaren Gefahren umgeben sieht. Wenn weder die Stärke des Gegners noch auch die Richtung feststeht, in welcher der Angriff droht, so gilt es, alle vorgeschobenen und exponierten Posten auf die Hauptstellung zurückzuziehen, wo man — sicher verschanzt — in grösserer Ruhe die Weiterentwickelung der Dinge abwarten kann. Die Hauptstellung der Zionisten ist das Baseler Programm. Das, worin alle noch erklärtermassen einig sind — die gemeinsame Grundlage — das ist die Forderung der Heimstätte in Palästina. Was davon abweicht — im guten wie im falschen Sinne — das gehört nicht zur Hauptstellung — das sind vorgeschobene Posten — darüber herrscht keine Einigkeit — das verwirrt und bedroht das Ganze — das gefährdet die mühevolle Arbeit dieser Jahre. In der vielfach verworrenen Situation von heute heisst es also zurückzukehren von den Abweichungen, die uns trennen — zurückzukehren zu der Basis, von der wir ausgegangen waren.