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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Palästina oder Autonomie
Date
1903-01-01
Page
Seite 124 (sequence 10)
Language
German
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— 124 — Haben wir dann die Gemeinsamkeit des ursprünglichen Standpunktes wiedergewonnen, so hindert uns nichts, diese unsere Hauptstellung stärker zu machen, zu entwickeln oder entsprechend den Erfordernissen zu verschieben, soweit eine solche Verschiebung im Sinne unseres Programms liegt, und soweit sie allgemein als gut und notwendig erkannt wurde. Das zionistische Programm war sicherlich kein vollkommenes gewesen, aber wir ständen einig auf diesem Programm, das nach Sinn und Ausführbarkeit wenigstens vernünftige Grundlagen bot zu einer gesunden -Weiterentwickelung. Die Weiterentwickelung aber, die sich in letzter Zeit tatsächlich vollzogen hat, und die frisch und frei und unvermittelt von Programmbegeisterung und Palästinazelotismus die Brücke nach Uganda schlug — dieser Auswuchs von Rückgrat- und Verständnislosigkeit kann gar nicht schnell genug wieder beseitigt, werden. Der politische Zionismus Birnbaums — das Baseler Programm von 1897, das bei aller Fehlerhaftigkeit doch die Basis unserer Einheit war — das sind die Gfundelemente, auf welche die jetzt erst eigentlich beginnende zionistische Arbeit zurückzugreifen hat. Zunächst wird man nun die leider seit Uganda stark ins Wanken geratene Organisation zu reparieren haben, dann, und gleichzeitig damit muss es ein erstes Erfordernis sein, die Propaganda nach aussen und ins Breite, die bisher die ganze sonstige zionistische Tätigkeit erstickte, gebührend einzuschränken und dafür den ernsthaften „wissenschaftlichen" Zionismus aus der Ecke hervorzuholen, in die ihn die Offiziellen und die Propaganda-Räte verbannt hatten. Man muss wirklich den Zionisten und nicht den anderen die Anfangsgründe eines wissenschaftlichen — ja sogar erst die primitivsten Leitsätze eines überzeugungsmässigen Zionismus beibringen. Denn unmöglich können wir selbst die Mitglieder der sogenannten Aktionskomitees als zionistisch genügend überzeugt oder genügend geschult ansehen, die e£ fertig bringen konnten, die Sache und das Programm, zu denen sie sich bekannten, oder die Rolle, die zu spielen sie übernommen hatten, so misszuverkennen, wie es ihr aktives und passives Verhalten bei den Ugandadebatten des auch sonst reichlich schmachvollen sechsten Kongresses gezeigt hat.

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