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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 121

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Palästina oder Autonomie
Date
1903-01-01
Page
Seite 121 (sequence 7)
Language
German
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— 121 — Allerdings ist in Verbindung mit demUganda-Vorschlage auch gesagt worden: „Zion ist das freilich nicht und kann es nie werden." Was sollte dann aber die ganze Sache auf dem Zionisten-Kongress — in der Gemeinde der Palästina-Zeloten? So rächen sich die hohlen Phrasen! Man hatte sich in die unbedingte Palästina-Grundlage der Bewegung mit einem Fanatismus festgebissen, der bei dauerndem Misserfolg in irgend etwas ganz Verkehrtem enden musste. — Als ich vor Jahren einmal den Satz aufstellte: „der Zionismus beruht auf Judennot und Palästina-Sehnsucht -— die Judennot ist die stärkere Triebkraft von beiden," da zeterten die Zeloten über diesen Materialismus. Aber auf dem Uganda-Kongress waren sie die ersten Ugandisten. Und doch liegt der Ausweg aus dem Dilemma so klar vor den Augen der Sehenden —• von denen es freilich bei uns erstaunlich wenige zu geben scheint. Es gibt eine Brücke über den Zwiespalt — es gibt eine zionistische Abhilfe, wie sie durch den unzionistischen Uganda-Vorschlag geboten werden sollte. Und diese Vereinigung der „Notstands- Aktion'4 mit dem palästinensisch-zionistischen Plan ist durch die ohnehin logischere Setzung eines „grösseren Palästina4' anstatt „Palästinas" gegeben. Ja, nicht einmal nur möglich — sie ist sogar durch jede vernünftige Auslegung unseres in dieser Beziehung sehr mangelhaft abgefasstenProgramms direkt geboten. Ich habe das in dem schon oben zitierten Artikel „Der jüdische Orient" ebenfalls bereits ausgeführt. Es heisst dort: „Und auch das wohlverstandene Programm der Zionisten lässt keinen Zweifel, dass da kein auf seine kleinsten Dimensionen reduziertes Palästina gemeint sein kann. Man braucht nur für die Vokabeln des ersten Programmsatzes die entsprechenden Zahlenwerte zu setzen, um die absolute Haltlosigkeit einer solchen Annahme sofort einzusehen: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk (10 — 12 Millionen Seelen) die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina (28 000 Quadratkilometer). Sicherlich ist da nicht gemeint, dass ein so grosser Teil der Nation, wie ihn eine nationale Bewegung immerhin im Auge haben muss, sich notwendig nur auf das engste Palästina beschränken dürfe. Denn die Beschränkung auf die engsten Landesgrenzen und auf den geringen Bruchteil der Nation, der auf diesem Gebiete Raum fände, hiesse ja, von allem Anfang an und prinzipiell den weitaus grössten Teil des Volkes ausschliessen!"

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