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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Palästina oder Autonomie
Date
1903-01-01
Page
Seite 120 (sequence 6)
Language
German
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— 120 — Es heisst an der betreffenden Stelle: „Die Frage, in welches Land eine solche Ueberführung bewerkstelligt werden könnte, ist in unserer Zeit deutlich im Begriff, endgültigentschieden zu werden. Es sind mancherlei Vorschläge gemacht worden, aber gerade in der Vielartigkeit dieser Projekte liegt die Gewähr für ihre Unausführbarkeit im Sinne einer Zentralisation. „Das Land, auf welches man sich eben zu einigen beginnt, hat vor allen anderen mehr als einen entscheidenden Vorzug. Zunächst ist es dasjenige, welches alle, und mögen sie noch so oberflächlich sich mit dem Problem beschäftigen, ganz instinktiv in Frage ziehen, das alte Jadenland — Palästina. „Aber nicht nur die Gleichgültigen werden ohne Besinnen zuerst an dieses Land denken, sondern unter den Juden selbst alle diejenigen, die den Zusammenhang mit Religion und Tradition, mit ihren Vätern und Grossvätern und mit ihres Volkes Geschichte noch nicht verloren haben und sie nicht zu verlieren entschlossen sind. Und schliesslich müssen nach den Oberflächlichen und nach den Tiefen sogar die Verstandesmenschen in der alten Judenheimat die besten Möglichkeiten für eine territoriale Zusammenfassung der Juden erblicken, die in den Ländern ihres jetzigen Aufenthaltes sich nicht behaupten und nach den gewohnheitsmässig gewordenen Einwanderungsgebieten nicht länger in grösseren Massen abfliessen können. In diesem Zusammentreffen der Volkssehnsucht mit der vernunftgemässen Ausführungsmöglichkeit liegt die Stärke der orientalischen Lösung der Judenwanderungsfrage." Dass „in der Vielartigkeit der Projekte die Gewähr für ihre Unausführbarkeit im Sinne einer Zentralisation liegt", das noch weiter auszuführen verbietet mir die Achtung vor dem Leser. Ich kann weiter auf die Ausführungen verweisen, die ich noch auf dem Baseler Kongress, unmittelbar nach der Bekanntgabe der Uganda-Sache, diesem anti-palästinensischen Vorschlag entgegenhielt. Ich wies dort sofort darauf hin, dass das zionistische Programm „Palästina" und „Autonomie" verlangt, und dass man daher, wenn nicht beides mit einem Male zu haben war, wohl mit Palästina — niemals aber mit der „Autonomie" irgendwo beginnen könne. Denn durch zweckentsprechende Tätigkeit in Palästina lässt sich wohl dort die zunächst noch fehlende Rechtsbasis erringen. Die kann man in ernster Arbeit an vielen Orten erringen. Aber wenn man mit einer „Irgendwo-Autonomie" anfängt, so lässt sich durch keinerlei Arbeit dieser „Heimstätte" der palästinensische Charakter hinzufügen.

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