Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Palästina oder Autonomie
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 119 — die Massen mit euch sind und mit euch sein werden trotz vieler Rückschläge), .. . sobald ihr euch aul „Irgendwo-Abenteuer" einlassen werdet, wie die Gegner, die ihr dafür so schart bekämpft habt.*) Aber wir wollen von dieser Mahnung zu einer neuen Attacke auf die Idee der ,»Irgendwo-Autonomie" übergehen. Denn diese unglückselige Idee würde noch nicht einmal mit dem Uganda-Plane fallen — und ob der gefallen ist, steht auch noch gar nicht einmal so fest — und sie kann gar nicht ,,tot genug geschlagen" werden. Soweit war ich gekommen, da kamen die Berichte von dem jüngst in Wien zusammengetretenen sogenannten kleinen Kongress und — fast zu meinem eigenen Erstaunen sah ich: „Uganda" lebet noch. Ich hatte das vom Totschlagen" streichen wollen, so bildlich es auch gemeint war — jetzt aber muss es bestehen bleiben und gar noch unterstrichen werden. Es ist denn doch ein starkes Stück, dass die zionistische Gefolgschaft das Grundprinzip des Zionismus derart wenig begriffen haben soll. Aber da es offensichtlich so ist, so wird man sich schon die Mühe geben müssen, den Herren Ja-Sagern (Ja- und Amen-Sagern, wie sie jemand genannt hat) das zionistische Grundprinzip erst zu erklären — in einer anderen, hoffentlich deutlicheren Sprache zu erklären, als das Programm es tut. Nun denn: Der Zionismus will die Sammlung — nicht die Zerstreuung. Er will die Regeneration — nicht das Untertauchen. Er will den Zusammenschluss zum Zwecke eines Zieles — nicht die Spaltung und nicht ein Gewirre gegensätzlicher Projekte. Was aber die notwendige Folge einer konzentrischen jüdischen Landpolitik ist, das habe ich u. a. mit besonderem Nachdruck in meinem Aufsatz ,,Der jüdische Orient4' im ,,Almanach" ausgeführt. (Ich glaubte dort so klar gesprochen zu haben, dass es selbst voreingenommene Nicht-Zionisten überzeugen sollte — jetzt sehe ich, wie sehr diese primitivste Kenntnis vom Zionismus den Zionisten selbst gefehlt hat und noch immer fehlt.) *) Diese Meinung, dass die Stärke des Zionismus in der Unverrückbarkeit seiner Forderung eines ganz bestimmten Landes liege, hat besonders auch Dr. Max Nordau bei früherer Gelegenheit gegenüber gewissen Vorschlägen einer Erweiterung der Landbasis mit aller Schärfe betont. Er war bekanntlich auch gegen Uganda („der erste Neinsager"!). Trotzdem hat er freilich auf dem letzten iCongress wie kein anderer die Neinsager — seine dialektisch allenfalls schwächeren Gesinnungsgenossen — ad absurdum zu führen gesucht.