Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Palästina oder Autonomie
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 118 - etwas dem Zionismus diamentral Entgegengesetztes bezeichnet und bekämpft worden. Im Falle von Argentinien war man sich immer klar, dass solche „Irgend wo-Projekte" eine weitere Zerstreuung im Gegensatze zu der Sammlung bedeuten, wie die „Palästinenser" sie anstreben. Und diese Stellungnahme der Zionisten war berechtigt und behält ihre volle Berechtigung, auch nachdem sich ganz kürzlich herausgestellt hat, dass Baron Hirsch zum Zwecke der Konzentration der Judenwanderung den Argentina-Plan in Angriff genommen hat, und dass er ebenso gern für Palästina zu haben gewesen wäre, hätte, man ihm nur eine Durchführungsmöglichkeit zeigen können! (nach der „Welt" und zahlreichen anderen Blättern). Es kommt mehr darauf an, was wir tun — als darauf, was wir uns dabei gedacht haben. Man möge noch so sehr „irgendwo'' — z. B. in Argentinien oder in Uganda ,,provisorische" Kolonisation zu treiben glauben--die Entwickelung der Dinge fragt nicht danach, was ihr damit habt erreichen wollen, sondern die Entwickelung ergibt sich aus den Tatsachen, die sie vorfindet und die ihr geschaffen oder nicht geändert habt. . Der Jude, den ihr nach Argentinien oder nach Uganda gehen lassen werdet — der wird, wenn's ihm gut geht, nach Hause schreiben, dass seine Verwandten und Freunde ihm nachfolgen sollen, und wird sich nicht darum kümmern, dass nach eurem Plane die Späteren „gen Zion wallen" sollten. Und wenn ihr nach seiner provisorischen" Uebersiedelung für die Späteren die Hein>- stätte in Palästina geschaffen haben werdet, und wenn diese Späteren dann vor der Wahl stehen werden, ob sie ihren Freunden und Verwandten, denen es in Argentinien oder in Uganda gut geht, dorthin folgen sollen, oder euch, um sich in Palästina eine Existenz neu zu erkämpfen, so stellt ihr sie vor eine schwere Wahl, die gar nicht ohne Schaden für eure zionistische Idee entschieden werden kann . . denn selbst in dem für euch besten Falle wäre fern vom jüdischen Zukunftslande eine kulturschaffende Gegenwartsarbeit geleistet worden, wie sie immer und überall mit der Begründung von Existenzen verbunden ist. Von dem Fall, dass es den „irgendwo" Angesiedelten nicht gut, sondern schlecht gehen könnte, wollen wir dabei lieber gar nicht reden. Ihr hättet zu gewärtigen, dass euch eure politischen und sonstigen Gegner die ,,Opfer" eurer Irrtümer vorzählen werden — wirkliche Opfer, wenn wirklich Irrtümer vorkamen, und im anderen Falle vielleicht konstruierte! Denn im Kampfe — auch der Meinungen — ist vielen Leuten jedes Mittel recht, und ihr begebt euch eurer Stärke, sobald ihr die unverrückbare Landbasis des Zionismus verlasst, (bei der