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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 116

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Palästina oder Autonomie
Date
1903-01-01
Page
Seite 116 (sequence 2)
Language
German
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— 116 — so hat entweder die andersgesinnte Partei, selbst im Falle dass sie die denkbar grösste Mehrheit sei, sich der Meinung der Minderheit zu fügen, weil eben die Minderheit auf dem Boden des Programms — des organischen Statutes — steht, oder aber die Majorität, und sei sie auch noch so gross, mag eine neue Organisation schaffen, hat aber unter allen Umständen der programmtreueii Minorität, die Verfügung über alle, auf Grundlage des alten Programms zustande gekommenen Machtmittel der Organisation zu überlassen. Das betrifft auch nicht etwa allein die Fonds, sondern auch die Presse und den gesamten Arbeitsapparat der Organisation. Nun ist freilich gesagt worden, dass der nächste Kongress nur darüber befinden sollte, inwieweit, die zionistische Organisation als solche sich mit der Ugandafrage befassen solle oder dürfe, ohne dass damit das Palästina-Ziel aus dem Auge verloren werde, aber bei klarer Prüfung tritt der Gegensatz zur zionistischen Idee auch hierin schon genügend zutage. Das zionistische Programm hat nicht nur einen Zweck aufgestellt, sondern auch die Mittel' zum Zweck aufgezählt, und unter keinen der dort genannten Punkte lässt sich eine — wenn auch nur vorbereitende oder provisorisch gemeinte — Kolonisation in Uganda einstellen. Wenn das nicht ganz absolut klar wäre, so könnte man Mittel finden, um es klarzustellen. Man brauchte z. B. nur eine Art Schiedsgericht einzusetzen, das aus urteilsfähigen und nicht voreingenommenen Männern zu bestehen hätte; — die würden schnell das herausfinden, % wofür das Urteil von in der Partei stehenden Leuten vielleicht nicht einwandfrei genug ist. — — Aber es gibt im vorliegenden Falle einen noch einfacheren Weg, um festzustellen, was im Sinne der zionistischen Bewegung liegt und was nicht. Man braucht nur in der „Welt", dem offiziellen Organ der zionistischen Partei, nachzulesen, was dort geschrieben wurde, als vor einigen Jahren (aus denselben Gründen, aus denen uns jetzt Uganda empfohlen wurde) eine grossangelegte jüdische Kolonisation in Cypern befürwortet wurde. Damals war —in bedauerlicher Unkenntnis der grossen Nähe und sonstigen Eignung Cyperns und in totaler Verkennung des auch im zionistischen Sinne konzentrischen Charakters einer solchen Kolonisation — mit grosser Schärfe der Gegensatz hervorgehoben worden zwischen einer Tätigkeit in Palästina und einer solchen „in Argentinien, am Nordpol oder sonst irgendwo." Wohlverstanden: der Gegensatz! Das zionistische Programm, das vielen so klar schien und jetzt fast allen so unklar geworden ist, wird, wie mir seheint, denen, die an ihm festzuhalten vermeinen oder wünschen, erst wieder bei-

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