Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Allgemeine Fragen über die Methode und den Umfang der jüdischen Orient-Kolonisation
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 100 — ist sehr zurück, weil man keine Wege besitzt. — Das Verhalten der Behörden, zu den Juden ist ebenso wie zu den Arabern, die Behandlung ist fast dieselbe. Hierzulande gibt es keinen Antisemitismus, aber es herrscht eine grosse Geldgier seitens der Beamten. — Das Verhältnis zwischen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung ist ein friedliches. 3. Allgemeine Angaben über den Haurau, Dscholau, Moabiterland, Cypern, Aegypten, Sudan (Nachbarländer Palästinas) als Kolonisationsgebiet. — Bevölkerungs-Verhältnisse in den für die Kolonisation geeigneten Gebieten. — Allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes. Der Haurau und Dscholau und das Moabiterland sind fruchtbare Gegenden. Der Haurau ist die Kornkammer Syriens. Diese Gegenden sind sehr dünn bevölkert, aber seit einigen Jahren sucht die Regierung Kaukasier nach dieser Gegend zu ziehen, und tagtäglich kommen muh am e danische Emigranten, das Land zu bebauen. Die wirtschaftliche Lage ist dort sehr zurück, aber durch die Anlegung der Bahn von Damaskus nach Mekka wird sie zweifellos gehoben werden. Es wird auch eifrig gearbeitet, die Mekkalinie mit Haifa zu verbinden und so auch die wirtschaftliche Lage jenes Gebietes zu heben. In Haurau,. Dscholau und Moabiterland wohnen keine Juden. Cypern und Aegypten sind wohl bekannt. In Cypern hat schon die Ica zu kolonisieren versucht. — Aegypten selbst kann nicht in Betracht kommen, dagegen ist der Sudan zur Kolonisation zu empfehlen. Der Sudan ist eine tropische Gegend, aber man kann sich dort akklimatisieren. Was machen denn die Engländer? 4. Ist eine landwirtschaftliche Kolonisation der Armen, durch Unterstützung und unter Leitung einer aussenstehenden Gesellschaft irgendwelcher Art, zur Zeit überhaupt möglich und aussichtsreich? Das bisherige System der Kolonisation war ein solches. Der Baron Rothschild, wie die Chowewe-Zion haben grösstenteils durch Unterstützungmittellose Juden kolonisiert. Ein solches System wurde als gefährlich anerkannt, und jetzt hat die Kolonisation eine andere Wendung genommen. Man sucht jetzt den Kolonisten von Anfang an genug Boden zu geben: für Familien von 5—6 Personen 30 ha und die nötigen Mittel zur Bearbeitung des Bodens. Dieses System scheint aussichtsreich zu sein, denn es ist zu hoffen, dass die Familien ihren Bedarf erarbeiten und späterhin die Schulden zurückzahlen werden. Dieses System von Kolonisation ist das geeignetste für das Land. Kolonisten zu finden, die zur Bearbeitung des Bodens ein Kapital einlegen, so dass die Gesellschaft nur den Boden zu stellen braucht, wird wohl das Ideal sein. Nur allerdings muss eine Gesellschaft die Kolonisation in die Hand nehmen, und diese Gesellschaft soll nicht den Charakter eines Unterstützungsvereins tragen, sondern mehr den einer Handelsgesellschaft. Diese Gesellschaft sollte von den Kolonisten die nötigen Garantien für die Rück-