Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Baghdad und die geplante Eisenbahn in englischer Betrachtung
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Basra 1× ep/1044138
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— 84 — halbes Dutzend gebrauchen könnten, und infolgedessen ist ihre Werft in Basra hoch aufgetürmt mit Waren, die auf die Verschiffungsgelegenheit nach Baghdad warten, trotz der Tatsache, dass die Dampfer grosse Schleppkähne mitführen, voll beladen, so oft wie die Türken ihnen die Erlaubnis dazu geben. Die Ankunft eines Bootes beim Baghdader Zollhaus ruft ein Schauspiel allgemeiner Geschäftigkeit in der ganzen Stadt hervor. Sobald der Dampfer anlegt, sieht er sich schnell von einer grossen Zahl kleiner Ausladeboote umgeben. Die Arbeit des Ausladens wird fast ausschliesslich von kurdischen „Hamals" (Lastträger) geleistet. Es sind dieses grosse, kraftstrotzende Männer, die erstaunlich schwere Lasten tragen können, wenn sie sie einmal auf ihren Schultern haben, aber um einen Ballen die Stufen des Zollhauses hinaufzuschaffen, muss man gewöhnlich einen Trupp von zwölf oder mehr von ihnen haben, wo ein Krahn die Arbeit ohne irgendwelchen Zeitaufwand tun würde. Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist für einen Europäer voll des Interessanten. Für einen Platz von solcher Grösse und solch grosser Vergangenheit hat sie äusserst wenig feine Bauten, aber die Bazare sind von imposanter Grösse und höchst malerisch, sind sie doch bis jetzt in einzig dastehender Weise von westlichem Einfluss freigeblieben, und viele ihrer Gänge und eigenartigen Strassen bieten ein abwechslungsreiches Bild, bald durch ihr fragmentarisches Aussehen, bald durch ihre Ueberreste aus früheren, besseren Tagen in Gestalt reich verzierter Türen und Gitter und feiner Kachelarbeit. Besonders in einigen älteren Moscheen finden sich die schönsten Proben dieses Kachelwerkes. Auch die alten Stadtwälle und das Grab der Obeide, der Favoritin Harun el Rashid, sind interessant, aber sie befinden sich in sehr ruinenhafter Verfassung. Die Schiiten sind in Baghdad sehr zahlreich, und natürlich gehört die Mehrzahl der persischen Pilger zu dieser. Sekte. Das westliche Flussufer ist hauptsächlich von ihnen bewohnt. Dort findet sich auch das persische Konsulat und viele beliebte „Khans" und Cafestuben. Auf derselben Seite, in der Nähe der Schiffbrücke, welche die beiden Stadtteile mit einander verbindet, sind auch die Bureaux und Gebäude der beiden „Pferdebahngesellschaften" gelegen, die „Arabanahs" nach ELillah und Musseiyib, zwei am Euphrat gelegene Orte, unterhalten. Diese primitiven Omnibusse werden von den Pilgern mit Vorliebe benutzt, da sie schneller und billiger als eine Karawane reisen, aber es ist ein äusserst unbequemes Beförderungsmittel. Auf der rechten Flussseite ist auch eine Pferdebahnlinie nach Karimaim, einer wirklich schönen, von den Persern erbauten Moschee mit herr-