Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 7)
- Language
- German
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— 74 — englischer Administration stehenden Insel Cypern, einem der nächsten Nachbarländer Palästinas, das Heuschrecken-Argument ganz fort, denn die Plage ist dort ausgerottet worden; Wasserwerke garantieren seit den letzten Jahren die Bewässerung grosser (und noch nicht besiedelter!) Landstrecken, die Steuern sind massig und werden jedenfalls in gerechter Weise eingetrieben, für die sehr lohnende Olivenkultur sind sie spgar ganz erlassen etc. etc. Dr. S. Soskin schlägt als Hilfsaktion für die Juden in Saida (Palästina) den Ankauf eines bestimmten Landgutes (zum Teil mit Ertrag liefernden Fruchtbäumen bestanden) von 60 ha zum Preis von ca. 400 M. (in der Nähe der Stadt) vor, wobei er ausser dem Unterhalt für 40—50 jüdische Arbeiter, den er mit 12—15 000 M. ansetzt, und ausser der Verzinsung und der Administrationskosten etc. einen Gewinn für die Unternehmer für leicht erreichbar hält. (Palästina- Zeitschrift, Jahrg. I. S. 208.) Ueber die deutschen Kolonien in Australien sagt Dr. F. Kronecker in seinem vor der deutschen Kolonial-Gesellschaft gehaltenen Vortrag beispielsweise: „Vor 10 Jahren war hier noch alles wilder Busch, in welchem das Känguruh lustig sich tummelte; jetzt stellt die ganze Gegend einen Obsthain dar. Der Boden ist so ausgezeichnet, dass dort der Acre urbar gemachten Landes mit 25—30 Lstr., der Acre mit Apfelbäumen bester Qualität bepflanzten Fruchtgartens aber sogar bis zu 100 Lstr. bezahlt wird! Jeder Acre bringt hier aber auch 300—500 Bushel Früchte (der Bushel ungefähr gleich dem deutschen Scheffel, gleich 36,34 Liter), und obwohl der Preis des Apfels zur Zeit meiner Anwesenheit ein lächerlich niedriger war (der Bushel nur 2 M.!), so wurde selbst hierbei ein Erträgnis von 30—50 Lstr. jährlich aus jedem Morgen Fruchtlandes erzielt." Oder an einer anderen Stelle: „Noch vor einem Jahrzehnt unfruchtbarer Malley Busch, ist Meldura jetzt in einen blühenden Fruchtgarten umgewandelt. Eine Kompagnie hat das Land erworben und verkauft den Acre mit Buschwald bedeckten Gebietes zu 20 Lstr. In den Kaufpreis ist eine Bewässerungsanlage eingeschlossen. Das Wasser wird nach dem höchstgelegenen Punkt des Ackers geleitet, wo man eine Schleuse anlegt. Jene braucht nur geöffnet zu werden, um das betreffende Stück Land zü bewässern. Für das Wasser ist dann noch 1 Lstr. pro Acre und Jahr an die Kanal-Kompagnie zu entrichten. Gemeiniglich wird ein Block von 10 Acres (2y2 ha) erworben, ein Teil des Kapitals angezahlt und der Rest nach Verabredung abgetragen. Wohl währt es nur