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Palästina · 1903-01-01 · Heft 1-2 (1904.None.1903) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 1-2 (1904.None.1903)
Article
Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
Date
1903-01-01
Page
Seite 73 (sequence 6)
Language
German
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- 73 — bereits ein kleines Vermögen wert sei. Und doch hat der Boden •einer solchen Parzelle von 8 ha nicht mehr als 40 Dollars (170 M.) •gekostet Templerkolonie „Jafa" in Palästina. In dem Ausweis über den Besitzstand der Kolonie von Hugo Grothe finden wir den Landbesitz mit 14 ha Ackerland im Wert von 36 000 Frcs. „ 32 „ Weinberge „ „ „ . 96 000 „ „ 8 „ Orangengärten „ „ „ 120 000 „ .angegeben. Da die Kolonie im Jahr 1869 angelegt wurde, so kann kein Zweifel darüber bestehen, dass der Boden, der heute mit 2400 bis 15 000 Francs per Hektar bewertet wird (also wohl entsprechende Erträge bringen muss), damals zu einem Preis erstanden sein wird, <der scnVerlich mehr als 100 oder 200 M. per Hektar betrug. Heute noch kann man in einigen der entwickelungsfähigsten Teile Palästinas Land zum Preise von 100 M. per Hektar und weniger erwerben. Obstbau-Kolonie Eden bei Oranienburg. Nach der sehr vorsichtigen Schätzung von O. Jackisch (Geschäftsführer der Kolonie) beträgt der zu erwartende Unternehmergewinn per Hektor 720 M., wozu noch, wenn der Unternehmer selbst sein Land bewirtschaftet, 480 M. ersparter Arbeitslohn kommt. Bei diesen 1200 M. per Hektar ist weder der Selbstbedarf des Arbeiters noch auch der Erntelohn in Anrechimng gebracht! Wenn diesen Ziffern nun freilich — in der Nähe Berlins! — ein Bodenpreis von 900 M:\per Hektar gegenübersteht, so ist doch nicht zu übersehen, dass im. Orient und besonders in seinen heute noch dünn bevölkerten Teilen dem dadurch unvergleichlich niedrigeren Bodenpreis nicht wesentlich geringere Ertragsmöglichkeiten gegenüberstehen. Muss doch der deutsche Landwirt nach-dem erwähnten Bericht über Eden sich mit sehr niedrigen Durchschnittsernten begnügen, weil Missernten durch Frost, Hagel- und Regenschäden-schwer ins Gewicht fallen.*) All dies kommt im Orient nicht in Betracht, und gegen die Nachteile des Orients, z. B. hohe Steuern, Wassermangel, Heuschreckenverwüstung, kann man sich durch Wahl geeigneter Gegenden und Kulturen schützen. So fällt in der unter *) Jackisch gibt nur 3 M. Reinertrag per Baum als freilich niedrigen DurcIiis chnitt an, obwohl erst sechsjährige Kirschbäume in Eden 121j2—15 M. getragen, und obwohl nach seinen Angaben „ein 20jähriger gesunder Halbstamm leicht seine .2 Ctr. Frucht im Wert von 20—30 Mark tragen kann und in unserer allernächsten Nachbarschaft getragen hat. (nicht vereinzelt!)".

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