Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 1-2 (1904.None.1903)
- Article
- Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 5)
- Language
- German
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— 72 — die Beteiligung an allen möglichen Kolonisationsbestrebungen anempfohlen, ja sogar zur Pflicht gemacht Wenn das sogar dem „Esra" gegenüber geschehen konnte, dessen ganze Entwicklung sicherlich nicht den zionistischen Anschauungen entsprach, so ist es doppelt verwunderlich, wenn im Fall der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft vor einem Kolonisationsunternehmen gewarnt wird, das dem Zionismus so wenig feindlich gegenübersteht, dass es ihm sogar für seine künftige Tätigkeit die Wege weist. Der Widerspruch der betreffenden zionistischen Instanzen lässt sich also weder logisch noch zionistisch erklären. Im übrigen haben die für ein tatkräftiges Vorgehen wertvollsten zionistischen Kreise von allem Anfang an der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft Verständnis entgegengebracht und haben sich in ihrer Stellungnahme auch durch die Begriffsverwirrung der erwähnten Instanzen nicht irre machen lassen. Da'wir zu diesem Thema gekommen sind, möchte ich das Verhältnis der Jüdischen Orient-Kolonisations-Gesellschaft zu den sonstigen jüdischen Orient-Kolonisations-Bestrebungen, in wenigen Worten präzisieren. Die Jüdische Orient-Kolonisations-Gesellschaft will niemandes Kreise stören, sondern wird vielmehr bemüht sein, mit allen Vereinen und Organisationen von ähnlicher Tendenz in bestem Einvernehmen zu stehen. Das grosse Werk, an dem wir arbeiten, erfordert die Mitwirkung aller tatkräftigen Elemente im Judentum. Und wenn wir einerseits uns keiiier der bestehenden Organisationen unterordnen können — denn wenn irgend eine von diesen; in genügender Weiseunseren Ideen entspräche, so hätten wir keine Neugründung vorzunehmen brauchen —, so hoffen wir doch andererseits, in allen diesen Vereinen und Organisationen Sympathien und werktätige Freunde zu gewinnen. * * Zum Schluss einige Hinweise, die die Durchführbarkeit auch unserer speziellen Pläne, wenn nicht beweisen, so doch illustrieren sollen. „ Annaheim£l in Kalifornien (nach Titus Fey Cronice „The natural Wealth of California", im Auszug abgedruckt in der Zeitschrift „Palästina", Jahrgang I, S. 230). „Annaheim" ist ein Dorf von deutschen Winzern, die im Jahr 1857 in einer leeren, trockenen und sandigen Ebene 1625 Acres zu 2 Dollar per Acre (= 0,4 ha) ankauften. 11 Jahre später sagt der erwähnte Autor, dass jede Dorfparzelle von 20 Acres ihrem Besitzer